SARS, Anthrax, MKS

Reagenzglas © AP
Von Tobias Wenzel · 08.08.2007
Die Sicherheitsvorkehrungen in vielen wissenschaftlichen Laboren gleichen denen in einem Hochsicherheitstrakt. Dennoch entweichen immer wieder gefährliche Erreger aus den Instituten, wie zuletzt bei der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien.
Als 2003 das Virus der Lungenkrankheit SARS in Asien bereits um sich griff, sollen in angeblich sicheren Laboren in Hongkong Mitarbeiter infiziert worden sein. Im gleichen Jahr wurde bekannt, dass im Labor des renommierten US-Pestforschers Thomas Butler Pestbakterien fehlten. FBI-Ermittler fanden heraus, dass er die Erreger aus Afrika in die USA transportiert und von dort an diverse Universitäten verschickt hatte.

Schon 2002 hatten ein Institut Milzbrandbakterien an ein Krankenhaus in Kalifornien gesandt, das Ganze im Irrglauben, die Erreger seien unschädlich gemacht worden. Und 2005 verschickte ein Labor in Ohio knapp 4000 Päckchen mit dem Influenza-Erreger in alle Welt und auch nach Deutschland, und zwar jenes Typs, der in den 50er Jahren die Asiatische Grippe ausgelöst hatte. Im Jahr 2001 berichtete eine britische Zeitung, Anhänger von Osama bin Laden hätten Keime des Anthrax-Erregers von einem tschechischen Labor gekauft.

Egal ob kriminelle Handlungen, menschliches Versagen oder Mängel im technischen Sicherheitssystem - spätestens nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien fragt sich so manch einer: Wie sicher sind unsere Labore?