Seit 05:05 Uhr Studio 9
Mittwoch, 28.10.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Das Blaue Sofa | Beitrag vom 15.10.2020

Sandra Gugić: "Zorn und Stille"Das Integrationsparadox als Roman

Moderation: Vivian Perkovic

Beitrag hören
Sandra Gugic beim Debütantensalon auf dem READ! BERLIN Literatur Festival in der Neuen Odessa Bar. Berlin. (2015) (Geisler-Fotopress)
Sandra Gugić, geboren 1976 in Wien, ist eine österreichische Autorin serbischer Herkunft. Ihr erster Roman "Astronauten" erschien 2015. (Geisler-Fotopress)

Eine serbische Migrantenfamilie in Wien: Während die Eltern sich abrackern, um das Überleben der Familie zu sichern, stellt Tochter Billy vieles infrage, wofür Vater und Mutter stehen.

"Zorn und Stille" ist der zweite Roman von Sandra Gugić, einer mittlerweile in Berlin lebenden österreichischen Autorin. Er erzählt die Geschichte einer serbischen Familie, die als Arbeitsmigranten in Wien lebt.  

"Wir haben hier den Aufbruch der Eltern in den 70er-Jahren", sagt Gugić. "Die kommen mit ganz, ganz viel Hoffnungen, Wünschen nach Österreich." In den 90er-Jahren ist es dann die Tochter Billy, die aufbricht: "Aber eher, um das alles wieder hinter sich zu lassen, einen eigenen Weg zu finden."

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Der macht Billy zur modernen Nomadin. Sie verlässt die Familie früh, wird Hausbesetzerin, lebt mit einer Frau zusammen, startet eine internationale Karriere als Fotografin. Und sie stellt vieles infrage, wofür die Eltern stehen: "Es ist immer eine Frage von Privilegien", sagt Gugić. "Die Eltern sind im Überlebenskampf sehr stark verfangen. Und die Tochter hat durch das, was die Eltern ihr ermöglichen, diesen anderen Horizont und den Möglichkeitsraum, sich Fragen zu stellen."

(uko)

Sandra Gugić: "Zorn und Stille"
Hoffmann und Campe 2020, 240 Seiten, 24 Euro

Lesart

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur