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Kompressor | Beitrag vom 26.06.2014

RusslandFlashmob in Petersburg

Stefan Kaegi über die politisch umstrittene Kunstschau "Manifesta"

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Installation mit einem Bauwagen des russischen Konzeptkünstlers Illja Kabakow in der Eremitage in St.Petersburg (dpa / picture alliance / Ulf Mauder)
Eine Installation des Konzeptkünstlers Illja Kabakow wird in der Eremitage in St.Petersburg aufgebaut. (dpa / picture alliance / Ulf Mauder)

Am Samstag beginnt die vielleicht brisanteste Kunstveranstaltung des Jahres: Die 10. Manifesta in St. Petersburg. Sollte man eine Veranstaltung boykottieren, bei der sich Russlands Präsident Putin als Kunst-Gönner inszenieren kann?

Der Künstler Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) sieht für sich persönlich wenig Sinn in einem Boykott der 10. Manifesta in St. Petersburg. Wenn in den Medien und in der Politik "mit den Säbeln gerasselt" werde, sei es erst recht angesagt, Brücken zu bauen, sagte Kaegi im Deutschlandradio Kultur: „Alle Menschen, denen ich begegnet bin in St. Petersburg, hungern danach, dass die dort oft sehr veraltete, sehr hierarchisch und patriarchal dominierte Kultur erneuert wird. Dass dort Impulse von außen kommen und auch einen Gegenpol setzen zu Propaganda, die dort genauso stattfindet, wie sie hier stattfindet."

So eine Chance ergebe sich gerade mit solchen Projekten, die andere Formate fänden, die außerdem andere Erlebnismöglichkeiten und andere Diskurse in eine Stadt brächten, äußerte Kaegi. Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, die Oppositionsbewegung mit seiner Teilnahme zu unterlaufen, entgegnete Kaegi: "Ich hatte eher das Gefühl, mit ihr gemeinsam daran zu arbeiten, wie sich da etwas verändert."

Die Manifesta ist eine europäische Biennale für zeitgenössische Kunst. Zweifel, Kritik, Empörung waren programmiert und wurden im Vorfeld schon ausgiebig geäußert − vor allem angesichts der Zuspitzung im Ukraine-Konflikt.

Stefan Kaegi von der Künstlergruppe Rimini Protokoll ist an der Manifesta zwar nicht direkt beteiligt, sein Projekt "Remote X", eine Online-Schnitzeljagd, findet aber im Rahmen des Manifesta-Programms statt. Interessant daran: Bei diesem digitalen Gruppenspiel werden auch "Flashmobs" inszeniert, die von außen betrachtet wie eine Demonstration wirken.

Im Vorfeld der Manifesta gab es zwei Probedurchläufe von "Remote X" in St. Petersburg – , welche Bedeutung die Schau für die Stadt hat und ob er die Boykott-Forderungen von russischen Oppositionellen verstehen kann.

Informationen zum Programm der 10. Manifesta

Mehr zum Thema:

Manifesta in Russland − Wegbleiben als Waffe: Was bringt der Boykott?

(Deutschlandfunk, Das Kulturgespräch, 13.6.2014)

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