Russischer Komponist Rodion Schtschedrin mit 92 Jahren gestorben

Rodion Schtschedrin galt als einer der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit. Jetzt ist der gebürtige Russe im Alter von 92 Jahren gestorben. Das teilte das Bolschoi Theater in Moskau mit und würdigte Schtschedrin auf Telegram als "größtes Genie der Gegenwart". Der Pianist und Komponist hatte hatte Werke für alle musikalischen Gattungen geschaffen: Opern, symphonische Werke, aber auch Ballette. Für seine Frau, eine Primaballerina, schrieb er als Liebesbeweis die "Carmen-Suite". Dem damaligen Sowjet-Publikum war das Stück nach Bizets berühmter Vorlage "zu anzüglich, zu impulsiv", wie der Bayerische Rundfunk einmal schrieb. International aber gelang Schtschedrin damit der Durchbruch. Laut Statistik wird die Suite jeden Tag irgendwo auf der Welt live gespielt oder im Radio gesendet. Schtschedrin lebte seit den 1990er auch in München und arbeitete eng mit den großen Orchestern dort zusammen. Eines seiner Oboenkonzerte erlebte 2010 bei der Dresdner Philharmonie seine deutsche Erstaufführung.