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Konzert / Archiv | Beitrag vom 01.09.2020

RundfunkchorLoungeGayle Tufts trifft Maeterlincks Traumwelt

Moderation: Gayle Tufts

Eine Frau in knallrotem Kleid steht an einem geöffnetem Flügel und schaut in die Kamera. (Gayle Tufts / focoloco studios / Fabian Maerz)
Gayle Tufts liebt es, die Lounge des Rundfunkchors Berlin zu moderieren. (Gayle Tufts / focoloco studios / Fabian Maerz)

Gayle Tufts moderiert seit zwei Jahren die RundfunkchorLounge. Mit ihrer launigen Moderation bindet sie Gäste und Sänger ins Programm mit ein. Dieses Mal stehen Vertonungen der mystisch-anziehenden Texte von Maurice Maeterlinck im Zentrum.

Die erste Lounge der neuen Saison befasst sich mit den Vertonungen, die auf Werke des belgischen Schriftstellers Maurice Maeterlinck (1862-1949) zurückgehen. (Aus Sicht von Gijs Leenaars, Chefdirigent des Rundfunkchors Berlin, ist Maurice Maeterlinck eigentlich Süd-Niederländer). 

Ein junger Mann mit Brille hält lachend ein Mikrophon in der Hand in rot-blauem Bühnenlicht. (Rundfunkchor Berlin / Holger Talinski)Gijs Leenaars ist seit der Saison 2015/16 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunkchores Berlin. (Rundfunkchor Berlin / Holger Talinski)

Maeterlinck gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Symbolismus, er hat zahlreiche Dichter und Komponisten beeinflusst. Der Symbolismus, der seine Blütezeit an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert erlebte, steht für eindrucksvolle Sprachbilder, die vielfach auf geheimnisvolle Märchenwelten und Traumbilder zurückgehen.

Maurice Maeterlinck und Arthur Rimbaud sind maßgebliche Vertreter im Bereich der Dichtung. Neben Motiven der Gebrüder Grimm und aus der Literatur William Shakespeares setzt sich Maeterlinck in seinen Werken mit grundlegenden Konflikten des menschlichen Daseins auseinander ohne sie je direkt auszusprechen.

Ideale Texte für Vertonungen

Vielleicht ist es die besondere Sprachgewalt Maeterlincks in Verbindung mit dem, was zu erahnen ist, aber unausgesprochen bleibt, was Maeterlincks Werk für Komponistinnen und Komponisten zur Inspirationsquelle werden ließ. Zu den bekanntesten Adaptionen seiner Dichtung dürften wohl Vertonungen von "Pelléas et Mélisande" von Debussy, Fauré und Sibelius zählen. 

Publikum mit Maske hört im rot-blauem Licht, die Ellenbogen auf eine Brüstung gestützt aufmerksam zu. (Rundfunkchor Berlin / Holger Talinski)Viele im Publikum erlebten mit der Lounge ihr erstes Konzert seit Monaten. (Rundfunkchor Berlin / Holger Talinski)

Über die Rolle der Symbolisten für die Musik und den Bezug zur Psychoanalyse und Traumdeutung, spricht Moderatorin Gayle Tufts mit Chefdirigent Gijs Leenaars und dem Psychoanalytiker Prof. Dr. Timo Storck.

RundfunkchorLounge "Maeterlinks Traumwelt"
Aufzeichnung vom 26. August 2020 im silent green Kulturquartier, Berlin

Claude Debussy / Henri Pierre Eduard Mouton
"Pelléas et Melisande"
nach dem Drama von Maurice Maeterlinck
für Violine, Violoncello und Klavier

Darius Milhaud
"Adieu" nach Arthur Rimbaud
für Sopran, Flöte, Viola und Harfe

Hans Krása
Drei Lieder nach Gedichten von Arthur Rimbaud
für Bariton, Klarinette, Viola und Violoncello

Bob Dylan
"You’re gonna make me lonesome"
arrangiert von Philip Mayers für Gesang, Alt-Flöte, Violine, Vello und Klavier

Philip Mayers
"Stèle" nach einem Poem von Christopher John Brennan
für Tenor, Glasharfe, Viola, Flöte, Klavier, Crotales

Paul Dukas
"La Plainte au Loine du Faune"
für Klavier solo

Gabriel Fauré
Impromptu op. 86
für Harfe solo

Jean Absil
Vier Gesänge nach Gedichten von Maurice Maeterlinck

Daniela Braun, Violine
Eve Wickert, Viola
Anna Carewe, Violoncello
Rebecca Lenton, Flöte
Meriam Dercksen, Klarinette
Markus Thalheimer, Harfe
Philip Mayers, Klavier
Barbara Berg, Sopran
Josette Micheler, Mezzosopran
Holger Marks, Tenor
Sören von Billerbeck, Bariton

Rundfunkchor Berlin
Leitung: Gijs Leenaars

Gast: Prof. Dr. Timo Storck, Psychoanalytiker
Moderation und Gesang: Gayle Tufts

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