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Konzert / Archiv | Beitrag vom 03.02.2019

Rundfunk-Sinfonieorchester und -Chor BerlinDie Klänge der Weltmeere

Moderation: Stefan Lang

(Unsplash | Mourad Saadi )
Bedrohte Schönheit: Die Natur dient bis heute Künstlern als Inspirationsquelle. (Unsplash | Mourad Saadi )

Zwei von der Natur inspirierte Werke sind in dem Konzertprogramm vereint: Brett Deans "Pastoral Symphony" und Ralph Vaughan Williams "Meeressymphonie". Sie erinnern an die Natur als Inspirationsquelle - und wie viel Mühe es wert ist, diese zu schützen.

Ein Abend, der der Natur gewidmet ist, der zeigt, wie nah Komponisten, Musiker und auch die Zuhörer von dieser Inspirationsquelle zehren.

Ein wachsendes Gefühl des Verlustes

Brett Dean, der Composer in Residence in der Saison 2018/2019 beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, schreibt zu seiner "Pastoral Symphony": "Wenn ich in der heutigen Zeit diesen wunderbaren Reichtum an Natur-Schätzen preisen will, fällt es mir zunehmend schwer, mein Liebe für die Klänge der Natur von einem immensen, wachsenden Verlustgefühl zu trennen."

Der Komponist Brett Dean steht vor einer Wand voller Farbkleckse. (Brett Dean / Bettina Stöß)Der Natur lauschen - ein Genuss für den Komponisten Brett Dean. (Brett Dean / Bettina Stöß)
Der Komponist, der seit 15 Jahre in Deutschland lebt und ab und zu in seine Heimat Australien zurückkehrt, sieht die Probleme des Landes umso deutlicher. Er vermisst zunehmend den unglaublich abwechslungsreichen Ruf des Butcherbirds, ein großer Singvogel des Landes. Auch dieser Vogel verliert zunehmend an Lebensraum. Am Ende der "Pastoral Symphony" ist es eine einsame Trompete, die insistiert, in uns zu gehen.

Die Schönheit des Meeres feiern

Als Ralph Vaughan Williams seinen symphonischen Erstling vorlegt, will er die ganz große Klangpalette auffächern. Er fordert eine große Orchesterbesetzung, Orgel, einen stattlichen Chor plus Solisten. Das Werk wurde 1910 nach siebenjähriger Ausarbeitung vom Komponisten selbst in Leeds zur Uraufführung gebracht. Die Texte sind aus verschiedenen Gedichten Walt Whitmans ausgewählt, einem US-amerikanischem Lyriker, der mit seiner immensen Gedichtanthologie "Leeves of Grass" die junge Generation in den Bann zog. Hier fand Ralph Vaughan Williams die ersten Worte, die der Chor zu Beginn singt: "Behold, the sea itself." Es folgt ein musikalisches Fest, das die Schönheit des Meeres feiert. (CdR)

Die Musiker des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin haben sich zu einem Gruppenfoto in einem Konzertsaal aufgestellt. (Josep Molina)Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unterstützt mit seinem Konzert die Belange des WWF Deutschland. (Josep Molina)
Aufzeichnung vom 27.01.2019 aus der Philharmonie Berlin

Brett Dean
"Pastoral Symphony" für Kammerorchester

Ralph Vaughan Williams
Sinfonie Nr. 1 ("A sea symphony") für Sopran, Bariton, Chor und Orchester

Elisabeth Watts, Sopran
Anthony Michaels-Moore, Bariton
Rundfunkchor Berlin
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Nicholas Carter

Während der Ausstrahlung hören Sie auch zwei Gespräche mit Stefan Lang, der sowohl den Komponisten Brett Dean trifft, als auch Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz WWF Deutschland.

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