Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin mit Babylon ORCHESTRA

    Mit Musik Brücken bauen

    Detailaufnahme einer Laute mit perlmutartigen und schwarzen Intarsien.
    Brückenbauplan? Nein, eine Verzierung einer Laute aus dem Orient. © images / Wendy Kaveney/Jaynes Gallery
    Moderation: Stefan Lang, Bühnenmoderation: Marion Brasch · 14.10.2021
    Das Rundfunksinfonieorchester Berlin zeigt mit dem Konzert, dass sich östliche Musiktradition mit westlicher verbinden lässt. Partner ist das Babylon ORCHESTRA, das sich in die Musik Beethovens einklinkt. Gegenzug: Kann ein europäisches Orchester improvisieren?
    Es ist die Idee, große Musiktraditionen näher rücken zu lassen. Europäisch-westliche Hör- und Spielgewohnheiten mit der Spielpraxis der östlichen Musikwelt zu verbinden. Das Motto heißt "Mensch – Musik – Über Brücken".
    Die vermittelnden Pole der Veranstaltung sind das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und das Babylon Orchestra, dirigiert von der aus Brasilien stammenden Simone Menezes.
    Die Journalistin und Autorin Marion Brasch hat den Abend mitentwickelt. Sie liest ausgesuchte Texte.

    Neugierig vertraute Musik aufbrechen

    Die Musiker nutzen den gesamten Raum des Großen Sendesaales Berlin, mehr Aktion im Raum wird dabei gesucht. Spannend, wenn zum Beispiel Beethoven gespielt wird, und diese klassische Musik in eine Improvisation des Babylon ORCHESTRA übergeht.
    Mitglieder des Orchesters stehen in einer großen Gruppe zusammen, ihre Instrumente in den Händen haltend.
    Seit 2016 spielt das Babylon ORCHESTRA unter dem Motto: Unsere Antwort auf die multikulturelle Krise - mehr Respekt, mehr Kultur und Musik.© Babylon ORCHESTRA
    Ein weiteres Experiment: wie klingt der berühmte langsame Satz aus Dvoraks Sinfonie "Aus der neuen Welt" mit neuem Instrumentarium? Statt dem vorgeschriebenen Englischhorn werden die herrlich langen Melodien von einem Duduk übernommen. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein Rohrblattinstrument wie das Englischhorn, stammt aber aus dem armenischen Raum und bringt eine neue Klangfarbe in die vertraute Musik.
    Und auch anders herum funktioniert das Wagnis. Es erklingt Musik, die mehr östliche Kulturanteile hat und dann von einem großen Sinfonieorchester gespielt wird.
    Aufzeichnung vom 2. Oktober 2021 im Sendesaal in der Masurenallee
    Johann Sebastian Bach
    Bourée I und II aus der Solocellosuite Nr. 3 C-Dur
    Heitor Villa-Lobos
    Bachianas Brasileiras 9 (Ausschnitt)
    Ludwig van Beethoven
    Leonoren Ouvertüre Nr. 3 (Ausschnitt)
    Babylon Orchestra:
    Improvisation
    Lesung mit Marion Brasch
    Antonin Dvorak
    Sinfonie Nr. 9 "Aus der neuen Welt": 2. Satz Largo
    Mischa Tangian
    Die Vergessenen für Duduk und Orchester
    Lesung mit Marion Brasch
    Layale Chaker
    Frah el donniye. Für Violine, Ensemble und Sinfonieorchester
    Mischa Tangian und Hani Mojtahedy
    Nour Hell für Gesang, Ensemble und SinfonieorchesterO
    Isaac Albéniz
    Suite espanola: Asturias aus der
    Cesar Guerra-Peixe
    Mouraro
    Hermeto Pascoal
    O Ovo
    Charbel Fouhana
    Sama’i Bayati
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