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Konzert / Archiv | Beitrag vom 03.03.2019

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin liveMeeres-Bilder zum Debut

Moderation: Stefan Lang

Porträt des Dirigenten Edward Gardner (Edward Gardner / Benjamin Ealovega)
Edward Gardner, am Sonntag zum ersten Mal am Pult des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. (Edward Gardner / Benjamin Ealovega)

Edward Gardner bringt für sein erstes Dirigat beim RSB ein Meeres-Album mit: so unterschiedlich, wie es sich tagtäglich zeigt, so verschieden haben Mendelssohn, Chausson, Wagner und Debussy das Meer in ihrer Musik beschrieben.

Zwei deutsche und zwei französische Komponisten stehen am Sonntag auf dem Programm des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Es wird zum ersten Mal von dem englischen Dirigenten Edward Gardner dirigiert. Er ist seit Herbst 2015 Chefdirigent des norwegischen Philarmonischen Orchesters Bergen – jene Stadt, in der der größte Hafen Norwegens liegt, am Inneren Byfjord an der Westküste des Landes. Das Stadtleben wird von dem Meer geprägt. Vielleicht auch das ein Grund, ein so vielfältiges Meer-Programm für sein Debut zusammen zu stellen.

Mal still, mal tosend

Während Felix Mendelssohn Bartholdy auf den Windstoß für seine Segel während einer Seetour wartet, um den Hafen zu erreichen, bricht in Wagners Musik ein enormer Seesturm los, der das geheimnisvoll-dunkle Schiff des Fliegenden Holländers ausspuckt. Von ganz eigenem Zauber ist das französische Werk von Ernest Chausson für Sopran und Orchester. Er verbindet die Unstetigkeit des Ozeans mit der Liebe.

Eine hohe Welle trifft auf die Uferpromenade in Ver-sur-Mer in Westfrankreich. (AFP/ Kenzo Tribouillard)Eine hohe Welle trifft auf die Uferpromenade in Ver-sur-Mer in Westfrankreich. (AFP/ Kenzo Tribouillard)

Und Claude Debussy skizziert in seinem "La Mer" einen Tageszyklus am Wasser, der mit dem "Morgengrauen bis Mittag auf dem Meer" beginnt, danach das "Spiel der Wellen" nachzeichnet und dann in einem lebhaft und stürmischen Satz den "Dialog zwischen Wind und Meer" hörbar macht.

Ein Gespräch mit Eduard Gardner zu seinem Debut im Orchester und zum Programm fand in unserer Sendung "Tonart" statt:

Live aus der Philharmonie Berlin

Felix Mendelssohn Bartholdy
"Meeresstille und glückliche Fahrt", Konzertouvertüre op. 27

Ernest Chausson
"Poème de l’ amour et de la mer" für Sopran und Orchester op. 19

Richard Wagner
Ouvertüre zur Oper "Der fliegende Holländer"

Claude Debussy
"La Mer", Drei sinfonische Skizzen für großes Orchester

Clémentine Margaine, Sopran
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Edward Gardner

In der Konzertpause wurde eine Betrachtung von Richard Schroetter präsentiert. Darin werden die Erlebnisse aller vier Komponisten an der Küste aufgeblättert. Jeder der Vier kam in unterschiedlicher Weise mit dem Meer in Kontakt, vor allem mit der Nord- und Ostseeküste und den ausladenden Stränden der Normandie. Die Bäderkultur erlebte gerade in dieser Zeit eine große Blüte. 

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