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Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.09.2009

Routiniert und uninspiriert

"Öl" von Lukas Bärfuss inszeniert von Stephan Kimmig

Von Eberhard Spreng

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Drei Menschen hoffen in einem Land, aus dem sich die Ölkonzerte schon zurückgezogen haben, auf den großen Ölfund, der sie reich machen soll: der Geologe Herbert Kahmer und sein Bohringenieur Edgar Bron, vor allem aber Eva Kahmer (Nina Hoss), die in einer miesen Absteige eingepfercht, schon lange auf die erlösende Botschaft wartet.

Sie piesackt ihre einheimische Haushälterin Gomua (Margit Bendokat) mit ihren Launen, bevor eine geheimnisvolle Frauengestalt (Susanne Wolff) in ihr Leben tritt und sie zur Befreiung aus ihrer Rolle auffordert. Am Ende des Stücks steht ihr Mord an den beiden Männern, die schließlich auf Öl gestoßen waren und Eva in ihrem Deal um den begehrten Rohstoff zur "Ölhure" gemacht haben. Der Plot ist denkbar schlicht und enttäuscht nach Lukas Bärfuss' vielbeachtetem Roman "Hundert Tage", an den er inhaltlich hätte anschließen sollen.

Stephan Kimmig erzählt die Geschichte in einem geisttötenden Elendsdekor routiniert und uninspiriert. Die Männer des Ensembles enttäuschen; ansehnlich ist Nina Hoss und Margit Bendokat als skurriles Paar in unfreiwilliger Wohngemeinschaft. Susanne Wolff, neu im Ensemble des Deutschen Theater, überzeugt mit einer suggestiven szenischen Präsenz, mit der sie Eva im Prozess der Selbstbefreiung coacht.

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