Rosa geht in Rente
Der Künstlername sagt alles: Rosa zur Erinnerung an die rosa Winkel, mit denen die Nazis die Schwulen in den KZ gekennzeichnet hatten, von Praunheim für den tristen Stadtteil der Jugend in Frankfurt/M., in dem er aufgewachsen ist. Sein berühmtester Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" entstand 1970.
Der Künstlername sagt das alles: Rosa zur Erinnerung an die rosa Winkel, mit denen die Nazis die Schwulen in den KZ gekennzeichnet hatten, von Praunheim für den tristen Stadtteil der Jugend in Frankfurt/ Main, in dem er aufgewachsen ist.
Sein letzter Film, "Meine Mütter", die Suche nach den Spuren der eigenen Herkunft, gilt vielen als der beste seiner Karriere. Sein berühmtester entsteht 1970: "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt": das gnadenlose Porträt der gesellschaftlichen Situation schwuler Männer in der Bundesrepublik der Nach-Adenauer-Ära, gnadenlos in der Anklage der spießigen Gesellschaft, gnadenlos im Offenbaren der spießigen Anpassungsmuster, hinter denen sich die meisten Schwulen damals verschanzen:
Den Part des Provokateurs – je schriller, je lieber – nimmt Rosa von Praunheim bis heute gern ein. Das brachte und bringt ihm immer wieder zahllose Freunde und Feinde. Letztere vor allem, als er 1991, auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise, Prominente öffentlich als Schwule outet. Mit Ruhe darauf zurückblickend, muss man sagen: Das ist sein wohl größter Erfolg – hatte die Aktion doch mit zur Folge, dass es heute selbst in unseriösen Medien keine Rolle mehr spielt, ob sie mit ihr oder ihm oder er mit ihr oder ihm oder ihr und ihm…
Als Künstler und als Lehrer dient das Schrille bei Rosa alias Holger stets zum Sichtbarmachen des Wesentlichen. Manchmal auch, um sich dahinter zu verstecken? Wie sagt doch Mike, seit 30 Jahren Lebensgefährte und bester Freund gern: "Mit Rosa hab ich manchmal Probleme, aber Holger ist wunderbar."
Sie können das Gespräch zum Thema mit Rosa von Praunheim mindestens bis zum 25.4.2008 in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.
Sein letzter Film, "Meine Mütter", die Suche nach den Spuren der eigenen Herkunft, gilt vielen als der beste seiner Karriere. Sein berühmtester entsteht 1970: "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt": das gnadenlose Porträt der gesellschaftlichen Situation schwuler Männer in der Bundesrepublik der Nach-Adenauer-Ära, gnadenlos in der Anklage der spießigen Gesellschaft, gnadenlos im Offenbaren der spießigen Anpassungsmuster, hinter denen sich die meisten Schwulen damals verschanzen:
Den Part des Provokateurs – je schriller, je lieber – nimmt Rosa von Praunheim bis heute gern ein. Das brachte und bringt ihm immer wieder zahllose Freunde und Feinde. Letztere vor allem, als er 1991, auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise, Prominente öffentlich als Schwule outet. Mit Ruhe darauf zurückblickend, muss man sagen: Das ist sein wohl größter Erfolg – hatte die Aktion doch mit zur Folge, dass es heute selbst in unseriösen Medien keine Rolle mehr spielt, ob sie mit ihr oder ihm oder er mit ihr oder ihm oder ihr und ihm…
Als Künstler und als Lehrer dient das Schrille bei Rosa alias Holger stets zum Sichtbarmachen des Wesentlichen. Manchmal auch, um sich dahinter zu verstecken? Wie sagt doch Mike, seit 30 Jahren Lebensgefährte und bester Freund gern: "Mit Rosa hab ich manchmal Probleme, aber Holger ist wunderbar."
Sie können das Gespräch zum Thema mit Rosa von Praunheim mindestens bis zum 25.4.2008 in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.