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Konzert / Archiv | Beitrag vom 09.03.2018

Robin Ticciati beim DSO BerlinRequiem und Vogelfuge

Live aus der Philharmonie Berlin

(Fabian Frinzel / Ayzit Bostan)
Der Chefdirigent des DSO Berlin Robin Ticciati (Fabian Frinzel / Ayzit Bostan)

Religiös auf unterschiedlichste Art sind die Werke dieses Konzerts, das Robin Ticciati beim DSO Berlin leitet. Der Rundfunkchor Berlin und die Solisten Alice Coote und Nikolay Borchev singen Maurice Duruflés Requiem. Außerdem gibt es Musik von Wagner und Messiaen.

Die Angst vor dem Jüngsten Gericht, vor den Posaunen göttlicher Verdammungsurteile, die Furcht vor der Hölle - all diese dunklen Gefühle waren lange Zeit dankbar dramatische Inhalte eines Requiems, das sich von der rein liturgischen Totenmesse zum musikalischen Kunstwerk entwickelte. Doch in der Spätromantik wollte man wegkommen von der Drohung mit dem Fegefeuer - ein eindrückliches Beispiel für anspruchsvolle Erlösungsmusik ist das Requiem des französischen Komponisten Maurice Duruflé. Der Organist und Kirchenmusiker wirkte viele Jahrzehnte in Paris, aber auch international als Konzertorganist, und hat die meisten seiner Werke vor der Öffentlichkeit verborgen. Sein Requiem allerdings gilt als eindeutiges Meisterwerk, das trotz seines Entstehungsdatums 1947 nicht als veraltetes Werk gilt, sondern als originelle Verbindung von uralten Formen wie dem gregorianischen Choral mit spätromantischer Klangsprache.

Robin Ticciati ist es ein wichtiges Anliegen, dieses Requiem mit seinem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Rundfunkchor Berlin dem Konzertpublikum vorzustellen und mit zwei sehr andersgearteten Instrumentalwerken zu kontrastieren, dem Parsifal-Vorspiel von Richard Wagner, das die religiöse Seite des Opernkomponisten zeigt, der sich ja vor allem als Stifter einer Kunstreligion betrachtet hat.

Äußerlich tief in der katholischen Konfession verankert war Duruflés Zeitgenosse Olivier Messiaen. In seiner Musik frönt der eigenwillige Neutöner aber eher einem kosmischen Pantheismus. In seiner "Chronochromie" für großes Orchester verwendet Messiaen wie so oft Vogelgesänge und andere Naturklänge - das Werk kulminiert in einer 18-stimmigen meisterhaften "Vogelfuge".

Live aus der Philharmonie Berlin

Richard Wagner
Vorspiel zum 1. Aufzug der Oper "Parsifal"

Olivier Messiaen
"Chronochromie" für großes Orchester

ca. 20.50 Uhr Konzertpause

Maurice Duruflé
Requiem für Soli, Chor, Orchester und Orgel op. 9

Alice Coote, Mezzosopran
Nikolay Borchev, Bariton
Rundfunkchor Berlin
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Robin Ticciati

Surroundklang 5.0 über Satellit

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