Riefenstahls Bilder mit Nuba-Volk aufgearbeitet

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ordnet mit einer neuen Website den Nachlass der Regisseurin und Fotografin Leni Riefenstahl über das sudanesische Volk der Nuba ein. Es gehe nicht darum, die Bilder nochmal zu publizieren, sagte der Leiter der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek, Derenthal. Ziel des Forschungsprojekts sei gewesen, die Sichtweise der Angehörigen der Nuba-Gesellschaften in den Fokus zu rücken. Zudem seien neue Erzählungen entwickelt worden, die mit den kolonial-rassistischen Narrativen von Riefenstahls Bildern brechen. Es geht um mehr als 10.000 Fotografien und Filme, die Riefenstahl in den 1960er und 1970er Jahren im Sudan anfertigte. Riefenstahl fotografierte die Menschen in den Nuba-Bergen, ohne dass diese wussten, wie die Bilder verwendet würden. Für viele Fotografierte stelle ihre damalige Nacktheit auf den Fotos ein Problem dar, heißt es auf der neuen Projektseite. Für einige Nuba hätte der Nachlass auch positive Seiten gehabt, etwa, dass die Fotos Szenen von mittlerweile in Vergessenheit geratenen Traditionen bewahrten.