#rettedeintheater

    Aktion gegen Millioneneinbußen für Theater in Niedersachsen

    07:08 Minuten
    Das Gebäude des Staatstheaters Hannover.
    Im Staatstheater Hannover protestiert man gegen die Sparpläne der Landesregierung. Hier wurde die Aktion #rettedeintheater ins Leben gerufen. © imago / Peter Seyfferth
    Sonja Anders im Gespräch mit Eckhard Roelcke · 09.10.2021
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    Niedersachsen ist schon jetzt, was die Pro-Kopf-Ausgaben für Kultur angeht, auf dem drittletzten Platz bundesweit. Mit den geplanten Kürzungen bei Theatern könnte es auf den letzten abrutschen. Dagegen regt sich Widerstand.
    "Wir werden auf alle Fälle auf der Straße demonstrieren. Wir werden auch weiterhin unser Publikum dazu aufrufen, uns mit Briefen zu unterstützen. Wir haben gemeinsam mit den kommunalen Theatern die Aktion #rettedeintheater gegründet und werden die eine oder andere Protestaktion im Land starten", sagt Sonja Anders.
    Sie ist Intendantin des Schauspiels in Hannover. Ihr Haus ist von den geplanten Kürzungen für den Kulturhaushalt in Niedersachen besonders betroffen, wie sie sagt.
    Konkret will die Landesregierung die Tariferhöhungen in den Theatern bis 2025 nicht übernehmen, wie Anders erklärt. Alleine in ihrem Haus arbeiten etwa 1000 Festangestellte. "Das wirft nicht nur uns als Staatstheater Hannover, sondern auch die kommunalen Theater wirklich in schwierige Situationen." Die Landesbetriebe seien von dem Vorhaben nicht betroffen, da hier eine Aussetzung der Tariferhöhungen nicht möglich sei, so Anders. Und das Staatstheater Hannover ist eine GmbH.

    Damit Niedersachsen nicht auf den letzten Platz abrutscht

    "Bei uns kommt das einer Kürzung gleich, weil wir jedes Jahr um die 1,3 Millionen Euro weniger zur Verfügung haben. Und vielleicht noch als Erläuterung: 85 Prozent unserer Kosten laufen in das Personal hinein. Also wir haben im Grunde auch gar nichts, wo wir das noch rausziehen können." Auch weil die verbliebenen 15 Prozent für Investitionen gebraucht würden, so Anders.

    Doch noch ist der Entwurf nicht beschlossen. Deswegen gelte es jetzt, bis zur Abstimmung im Landtag im Dezember auf allen Ebenen Kontakt mit der Politik zu suchen. Diese solle darüber nachdenken, welchen Wert Kultur in diesem Bundesland habe.
    "Niedersachsen ist bekanntermaßen, was die Pro-Kopf-Ausgaben für Kultur angeht, sehr weit hinten – auf dem drittletzten Platz deutschlandweit. Und wir wollen der Politik Gelegenheit geben, das jetzt nachzujustieren und nicht genau das Gegenteil zu machen und das Land auf den letzten Platz zu schießen. Und ich finde genau das ist im Grunde das, was wir gerade in der Breite versuchen, mit unserem Protest zu erreichen."
    Die Intendantin des Schauspiels Hannover, Sonja Anders .
    Seit der Spielzeit 2019/2020 ist Sonja Anders Intendantin des Schauspiels Hannover.© picture alliance/dpa | Christophe Gateau
    (ckr)
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