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Konzert / Archiv | Beitrag vom 01.02.2014

Resonanzen Wien

Veracinis „Adriano in Siria" aus dem Konzerthaus

Wiener Konzerthaus (Herbert Schwingenschlögl)
Wiener Konzerthaus (Herbert Schwingenschlögl)

In der klassischen Museumslandschaft werden Berührungsängste als zum Kern des Ausstellungswesens gehörig geschürt. Doch am ersten "Resonanzen"-Wochenende, wenn Säle und Foyers des Wiener Konzerthauses von einem bunten Gemurmel flötender, zirpender und schnarrender Laute widerhallen, ist das traditionell anders.

Rund 70 internationale Herstellerinnen und Hersteller werden dann wieder ein Auge zudrücken, wenn es gilt, Funktions- und Spielweisen ihrer Klangkörper am lebenden Objekt erfahrbar zu machen. Getreu dem Festivalgedanken ist auch die begleitende Instrumentenausstellung keine auf bloße Schonung bedachte, museale Werkschau, sondern Teil lebendiger Begegnung mit Alter Musik und für Fortgeschrittene überdies eine günstige Gelegenheit zum Kauf!

Am ersten Tag des Resonanzen-Festivals bringt das renonmmierte Alte-Musik-Ensemble Europa Galante unter der Leitung seines Gründers Fabio Biondi die Oper „Adriano in Siria" von Francesco Maria Veracini im Wiener Konzerthaus zur Aufführung.

Sie nannten ihn nur "Capo pazzo" (den "Wirrkopf") und konnten dennoch nicht umhin, die herausragenden Qualitäten seines Geigenspiels und das irrlichternde Genie seiner Kompositionen – wenn auch nicht durchweg neidlos – anzuerkennen.

Francesco Maria Veracini kam 1717 auf störrisches Betreiben des sächsischen Kurprinzen nach Dresden, wo er sich alsbald aus heute nicht mehr zweifelsfrei feststellbarer Ursache aus dem Fenster stürzte: Veracini überlebte diesen Sturz als in der öffentlichen Wahrnehmung Zeit seines restlichen Lebens hinkender "Capo pazzo".

Im Mittelpunkt seiner 1735 für Londons King’s Theatre komponierten Opera seria "Adriano in Siria" steht denn auch – was Wunder! – ein antiker Querkopf: der römische Kaiser Hadrian (76-138). Die teils heftigen Materialschlachten, die Veracini in seinen  Ritornellen inszeniert, ein von Ideen, Motiven und orchestralen Behandlungsweisen berstender Stil lassen den "virtuosen Meister der Palette" (R. Goebel) deutlich erkennen.

 

Resonanzen
Wiener Konzerthaus
Aufzeichnung vom 18.01.2014

Francesco Maria Veracini
„Adriano in Siria"
Dramma per musica in 3 Akten

Adriano - Sonia Prina, Alt
Farnaspe - Ann Hallenberg, Mezzosopran
Sabina - Romina Basso, Alt
Emirena - Roberta Invernizzi, Sopran
Idalma - Lucia Cirillo, Sopran
Europa Galante
Leitung: Fabio Biondi

ca. 20:30 Uhr Nachrichten

Konzert

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