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Echtzeit | Beitrag vom 24.10.2020

Resilienz Immer schön stark sein

Moderation: Martin Böttcher

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Die Wurzeln von 2 alten Bäumen verschränken sich und wachsen oberirdisch sichtbar auf dem Waldboden (Symbolbild). (Getty / Moment RF)
Gestärkt aus der Krise gehen: In extremen Situationen können Menschen viel lernen, wenn sie dazu bereit sind. (Getty / Moment RF)

Resilienz, Widerstandsfähigkeit, ist ein allgegenwärtiger Modebegriff, der inzwischen inflationär gebraucht wird. Wir schauen in Lebensbereiche, die man mit dem Begriff „Resilienz“ erst einmal nicht direkt verbindet.

Resilienz. Mach dich fit fürs Leben, wenn du es nicht schon bist!, das heißt: Lerne aus den Krisen und gehe gestärkt aus ihnen hervor. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden, aber wenn selbst Städte in Coronazeiten "resilient" zu sein haben, und Scheitern eigentlich nur dann interessiert, wenn der Gescheiterte sich wieder fängt, dann ist etwas im Argen. Wir stellen in der Echtzeit Fragen und schauen auch in Lebensbereiche, die man mit dem Begriff "Resilienz" erst mal nicht verbindet.

Jeder Baum ist ein Abbild seiner Krankheitsgeschichte

Zum einen geht es in den Wald, angeleitet von Claus Mattheck, Professor für Schadenskunde, er sagt: Jeder Baum ist ein Abbild seiner Krankheitsgeschichte. Mattheck arbeitet derzeit an einer Schadensbehebung für Bäume, die vom Klimawandel betroffen sind. Die Trockenheit durch den Klimawandel, davon ist er überzeugt, ließe sich durch Umleitung der Wurzeln beheben.

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Außerdem interessiert uns, wie die Modebranche die Coronakrise meistert. An der Oberfläche, also auf den Catwalks, sah man Models mit Masken und Rüstungen. Der Gummistiefel lebt mal wieder auf und edles Regenzeug. Schutzkleidung, die uns rüstet für das Leben da draußen. Aber was, wenn es ein "Draußen" kaum noch gibt? Wenn die Menschen kaum noch Klamotten kaufen, weil sie sich coronabedingt einigeln, anstatt es richtig krachen zu lassen? Hat die Modeindustrie eine robuste Antwort auf die Erfordernisse?

Brauchen wir immer ein Happy End?

Dann schauen wir auf persönliche Krisengeschichten. Joachim Meyerhoff ist ein guter Geschichtenerzähler, seine letzte Krise war ein Schlaganfall. Was macht sein Buch und das vieler anderer Krisenerzähler so lesenswert, gegebenenfalls sogar unterhaltsam? Braucht die Krise eigentlich immer ein Happy End, damit wir uns freiwillig damit beschäftigen?

Immer mehr Kinder kommen mit der Schule nicht klar

Zu guter Letzt etwas Naheliegendes und die Rückkehr in die Psychologie. Ausflug auf den Schulhof. Immer mehr Kinder kommen mit der Schule nicht klar, die Zahl der ADHS-Diagnosen und Schulverweigerer steigt. Und bei ihm in der Praxis, sagt der Kinder- und Jugendpsychiater, melden sich immer mehr Menschen, die sich selbst für Autisten halten. Oft seien aber die Eltern und ihr mangelndes Vertrauen das Problem. Eine Gesellschaft, die sich ständig coachen lässt, ist nicht resilient.

Fazit

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