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Die Reportage | Beitrag vom 08.04.2018

Rentnerclubs in Berlin-KreuzbergEs gibt nicht nur die eine Heimat

Von Wiebke Keuneke

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Akkordeonspieler und zwei Männer am Tisch (Wiebke Keuneke)
Rentnerclub der Ex-Jugoslawen in Berlin-Kreuzberg (Wiebke Keuneke)

Sonntags und montags Türken, donnerstags Griechen und Ex-Jugoslawen und einmal im Monat Polen: Bei der Arbeiterwohlfahrt in Berlin-Kreuzberg haben Rentner vieler Nationen ihre Stammtische. Sie treffen dabei meist ihre eigenen Landsleute. Aber haben sie auch etwas gemeinsam?

Am Donnerstagnachmittag trifft sich die Gruppe Ex-Jugoslawien und wie ich vor der Tür stehe, da höre ich schon das Akkordeon. Vorsichtig mache ich die Tür auf.

Ein Blick in den Raum: Drei Tische zusammengeschoben, links sitzen drei Männer, rechts sechs Frauen. Einige von ihnen sehen aus wie einem Fotobuch über den Balkan entsprungen: verhutzelte Mütterchen mit Kopftüchern und aufgeplatzten Äderchen auf den Wangen. Auf dem Tisch: eine Kanne Kaffee, vereinzelt Kekse - und eine Flasche Slivovic. Die Schnapsgläser sind voll - die Augen leer. Ich gehe rein.

"Trinkst Du einen Kaffee oder Tee?"

"Tee würde ich trinken."

Ich stelle mich vor, das Interesse ist mäßig. Die Männer quatschen und trinken, zwei Frauen erzählen, dass sie schon seit 40 Jahre in Deutschland leben – verheiratet, geschieden, verwitwet.

Serbe, Kroate, Bosniake? Das ist hier egal

"Das heißt Sie sind alle nach Deutschland gekommen bevor der Krieg ausgebrochen ist?"

In den neunziger Jahren haben sich Serben, Kroaten und Bosniaken gegenseitig umgebracht, aufgehetzt von Nationalisten. Auf die Berliner Jugoslawen, die Gastarbeiter, die jetzt Rentner sind, hat der Hass nicht abgefärbt. Sie wissen, was sie aneinander haben.

"Wir sind alle gemischt. Egal, wir sind Menschen, wir müssen uns doch untereinander verstehen. Was haben wir denn sonst noch? Wir sind alt und außer unserem Stock begleitet uns keiner mehr."

Akkordeonspieler und zwei Männer am Tisch (Wiebke Keuneke)Rentnerclub der Ex-Jugoslawen (Wiebke Keuneke)
Jetzt guckt ein Mann auf, Boris.

"Ich bin 1966 gekommen nach Deutschland. Vor mehr als 50 Jahren. Ich bin ein bekannter Mann. Ich haben gebaut Flughafen Tegel, ich habe gebaut Olympiahalle München."

Mit mir waren alle zufrieden, ich bin eine Legende von Berlin.

Boris, die - selbsternannte - Legende von Berlin,  ist der einzige Mann, der an diesem Nachmittag mit mir spricht.

Silvana Kostic ist Sozialarbeiterin bei der AWO in Kreuzberg, sie kommt aus Serbien und begleitet die Gruppe schon lange. Einsam sind die Alten, erzählt sie, und arm.

"Die haben so eine kleine Rente. Es gibt wirklich einige, die sind als Gastarbeiter gekommen, das heißt sie haben hier lange Jahre gearbeitet und da verstehe ich es im Nachhinein auch nicht, wie manche so eine niedrige, so eine kleine Rente kriegen, wie das hinhaut, ob sie damals nicht richtig angemeldet worden sind. Also das ist doch sehr, sehr wenig. 400, 500, 600 Euro im Monat. Davon kann man nicht überleben."

Gastarbeiter aus Jugoslawien auf einem Bahnsteig des Frankfurter Hauptbahnhofs am 15.12.1972. (pa/dpa/UPI)Gastarbeiter aus Jugoslawien auf einem Bahnsteig des Frankfurter Hauptbahnhofs am 15.12.1972. (pa/dpa/UPI)

Es sind die typischen Gastarbeiter der ersten Generation. Viel gearbeitet, körperlich angeschlagen, winzige Rente. In Deutschland irgendwie zuhause, aber dann auch wieder nicht. Die Heimat hält alle zusammen, die Gemeinschaft ist der Anker. Das Akkordeon.

Nach den Gastarbeitern kamen die Kriegsflüchtlinge in den 90er-Jahren. Für die spielt es schon eine Rolle, ob der Nachbar Serbe, Kroate oder Bosniake ist. Sie haben Misstrauen und Feindschaft aus dem Krieg mitgebracht. Neu hinzu kommt jetzt noch eine dritte Gruppe, meint Silvana.

40 Jahre Arbeit, kaputter Körper, winzige Rente

"Wir haben jetzt auch sehr, sehr viele Neuzuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien seit Kroatien auch zur EU gehört jetzt und die sind jünger und besser ausgebildet. Das ist jetzt nochmal ein ganz, ganz anderes Klientel, die finden sich natürlich jetzt auch besser zurecht, auch durch die Integrationskurse, lernen sie natürlich besser Deutsch als damals die Gastarbeiter. Die können sich mit Handy und Internetzeitalter viel besser zurechtfinden, als noch vor 40 Jahren."

Ob die Neuzuwanderer überhaupt noch etwas mit den Gastarbeitern aus Ex-Jugoslawien anfangen können, ist die Frage. Die Jungen haben willentlich die Heimat verlassen, sie wollten raus. Die Alten hier am Tisch wären nirgendwo lieber als Zuhause in Bosnien, Serbien oder Kroatien. Gäbe es da eine Krankenversicherung, eine Rente und eine Familie. Gibt es aber nicht. Und so geben sie sich gegenseitig ein bisschen Wärme im sich davon schleichenden Berliner Winter.

Eine Woche später.

Die polnische Seniorengruppe trifft sich nur einmal im Monat. Dafür umso pompöser. Viele der Frauen tragen ein schickes Kleid - und starkes Make-Up, die Männer einen Anzug. In dem Raum der Arbeiterwohlfahrt Berlin - Kreuzberg sind viele Tische zu einer langen Tafel zusammengestellt - und es gibt polnische Spezialitäten, wie Kutteln mit Sellerie, Blutwurst mit Graupen: Alles selbstgemacht.

Hier ist es ganz klar, wer das Sagen hat: kurze rote Haare, viel Goldschmuck: Jolanda ist die Gruppenleiterin - und hat für ihr soziales Engagement sogar schon die Berliner Ehrennadel bekommen.

Die Polen mögen es pompös

"Das ist für uns immer einmal im Monat ein Grund zum Feiern, dass wir noch trotz unseres Alters uns treffen können, uns unterhalten und dann tanzen können. Das ist ja jedes Mal so."

Die Polen essen, tauschen Rezepte aus, reden davon, welche Produkte in Polen früher besser waren. Essen weiter. Sie machen sich Komplimente zum Kleid, zum knallroten Lippenstift. Christa sitzt rechts neben mir und schiebt mir einen Apfelkuchen vor die Nase.

"Ich bin aus Warschau. Ich habe meinen Mann kennengelernt in den Masuren, da wusste ich gar nicht, dass er ein Deutscher ist. So hat mich das Schicksal hierher gebracht. Ich war nie in der Schule, ich habe mit alles, was ich kann, selbst beigebracht. Ich hatte eine ganz gute Ehe, aber seit drei Jahren bin ich Witwe. Ich bin alleine, habe keine Familie. Ich hatte einen Sohn, der ist schon verstorben."

Landschaft in Masuren (imago/Sommer)Landschaft in Masuren (imago/Sommer)
Auf einmal fangen alle an zu singen.

Mir wird erklärt, dass es sich bei dem Lied um eine alte polnische Volksweise handelt. Dann werde ich zu einem Mann am anderen Ende der Tafel gebracht, zu Arno. Arno ist der einzige Deutsche in dieser Gruppe.

"Ich bin gebürtiger Berliner. Es gibt ja so ne Vermittlungsvereine, ich bin da eingetreten. dA kann man sich Frauen aussuchen, Frauen, Frauen, Frauen - alle Sorten, jede Menge. Ab erdie Frauen machen es genauso, die suchen ja auch einen Mann und da ist die Auswahl groß."

So kam Arno nach dem Tod seiner Frau zu einer polnischen Freundin. Ab und an begleitet er sie zu dem monatlichen Rentnertreffen. Eigentlich fühlt er sich unter den Polen wohl - Arno kann ein bisschen Russisch - und so radebrecht er mit den anderen. Doch so richtig gehört er nicht dazu.

Schlagermusik läuft, die Polen tanzen in heimatlicher Verbundenheit zu den alten Liedern. Arno kann nicht tanzen. Er sitzt und guckt und wirkt wie ein zufriedener Zuschauer.

Die Türken sind viele - man trifft sich zweimal die Woche

Die türkischen Rentner treffen sich gleich zweimal: sonntags und montags.

Es ist voll, mindestens 60 Leute sitzen an kleinen Tischgruppen zusammen. Ein großer Samowar steht in der Mitte des Raumes. An vielen Tischen wird gespielt. Mittenmang: zwei Deutsche, Gitte und Winfried.

"Ja, wir beide sind normalerweise Deutsche!"

Die beiden gucken sich an und lachen.

"Aber wir zählen uns schon seit über 40 Jahre auch zu den türkischen Leuten. Ich war auch verheiratet mit einem türkischen Mann, der ist leider gestorben. Winfried genauso, er war mit einer Türkin verheiratet und wir kennen uns schon Jahre. Das ist so ein schönes Leben mit den Leuten, weil die einfach toll sind, die sind einfach toll, die türkischen Leute!"

"Wo haben Sie ihre Frau kennengelernt damals?"

"In der Bierbar am Mehringdamm. Ein paar Freunde sind da hingegangen und ich hab mit ihr getanzt und seitdem waren wir zusammen. 46 Jahre. 1964 habe ich sie kennengelernt. Sie hat bei Telefunken gearbeitet damals in Moabit draußen.

"Darf ich fragen, wie Sie ihren Mann kennengelernt haben?"

"Schwimmbad im Humboldthain. Erster Blick, große Liebe. War unwahrscheinlich gewesen. Er war schön braun gebrannt, er kam gerade frisch vom Militär und das war so richtig Liebe auf den ersten Blick gewesen. Leider ist er früh verstorben. Meine Schwiegereltern sind 65 hergekommen und die haben auch Schwein gegessen, wie Deutsche gelebt, wunderbar. Und die türkischen Leute sind sehr, sehr gastfreundlich, was ich mir manchmal beim Deutschen wünsche, also hungrig geht man da nie nach Hause. Und sehr hilfsbereit, wenn man krank ist oder irgendwas, immer hilfsbereit."

(picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)Türkische Gastfreundschaft mit Tee und Süßigkeiten (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)

Keine Frage – Gitte und Winfried gehören hier dazu. Die Atmosphäre ist angenehm, freundlich wird mir Tee gereicht. Doch ins Gespräch komme ich mit den türkischen Senioren nur schwer. Mehr als vierzig Jahre leben sie in Deutschland - und dennoch sind die Sprachkenntnisse sehr eingeschränkt.

Frauen, die sticken und stricken, die sich über neue Muster und Stricktrends austauschen. Die jahrzehntelang hier gearbeitet haben in Putzkolonnen, in Küchen, am Fließband. Und die doch fremd geblieben sind, irgendwie. Und doch nicht wegzudenken sind und dazugehören zu Deutschland, zu Berlin und auf jeden Fall zu Kreuzberg.

Melancholisches Frühstück bei den Griechen

Es ist Mittwoch. Am Mittwoch frühstücken die Griechen gemeinsam. Draußen sind Minusgrade, grauer Himmel. Drinnen ist die Stimmung melancholisch. Annas Augen sind so klein, nur der dicke schwarze Kajalstrich lässt sie erahnen - ihre Augenringe dafür umso größer.

"Also zu Hause sind immer meine Gedanken in Griechenland, aber ich muss hier wohnen, das ist ein Muss, die Gedanken sind aber in Griechenland. Wenn man älter wird, dann kommt diese Kindheit in Erinnerung und man denkt, man findet diese wieder Zuhause.

"Aber haben Sie schon einmal überlegt, jetzt wo Sie Rentnerin sind zurück zu gehen?"

"Mehrmals und es war mein Wunsch. Aber da haben wir nicht gedacht, wenn man älter wird, dann kommen auch die Krankheiten. Mein Mann ist schwer krank und ich muss ihn pflegen und irgendwie gibt es immer Gründe."

Hier teilen viele das gleiche Schicksal. Sie sind nach Deutschland gekommen, um zu arbeiten. Um Geld zu verdienen, mit dem sie in Griechenland eine Existenz aufbauen können. Und dann wollten sie wieder zurückgehen. Eigentlich.

"Wenn man alt wird, denkt man an die Kindheit"

"Das was die Ana vorhin gesagt hat, finde ich interessant, sie hat gesagt, je älter man wird desto öfter denkt man an die Kindheit zurück und das stimmt. Ich höre auch hier von vielen Gesprächen, ich setz mich zu den Männern, zu den Frauen, wie damals alles war und das tut gut, es tut sehr gut, wenn Leuten darüber zu reden. Ich finde auszusprechen, reden über sich selbst oder über die Herkunft oder das Dorf, alleine das ist schon ein Stück Therapie."

Nici Reister ist Sozialarbeiterin, sie betreut die Gruppe. Sie  bezeichnet sich selbst als die Oma von to spiti - so nennt sich die griechische Gruppe, die sie gegründet hat. Das heißt so viel wie "Heimat". Nici kommt aus einem Vorort von Piräus und lebt seit mehr als vierzig Jahren in Deutschland. Sie sagt, sie habe sich damit abgefunden, dass sie zwei Heimaten besitzt - wem das schwerer falle als ihr, dem möchte ich sie helfen.

Die griechische Insel Samos (picture alliance/dpa/Foto: Peter Zimmermann)Die griechische Insel Samos (picture alliance/dpa/Foto: Peter Zimmermann)
"Ich habe auch gelernt, hinzuhören, was für Wünsche da sind und ein sehr, sehr interessanter Wunsch ist ein Stück Erde zu haben und da eine Parzelle zu bekommen und anzubauen mit vielleicht Kräutern und Gemüsen aus dem Heimatland. Da sieht man, das habe ich gepflanzt und es wächst, das ist ohne Pestizide, das ist sehr gut für die Leute, die meisten kommen ja aus Nordgriechenland und aus Regionen, aus Dörfern. Auf jeden Fall haben wir einen 3500 Quadratmeter großen Garten zu Stande gebracht und zwar in Neukölln Britz und das ist der erste interkulturelle Garten. Und da bin ich stolz drauf."

Wir verabreden uns für den Sommer, damit ich den interkulturellen Garten kennenlerne und bestimmt fröhlichere Gesichter sehe, als im Schneeregen im März.

Zurückgehen nach Spanien? Keine Option mehr 

Die spanische Gruppe höre ich schon von Weitem.

Sie tanzen und üben Sevillanas. Sevillana ist ein Tanz, der aus der Hauptstadt des Flamenco kommt, aus Sevilla. Genau wie die Frau, die die Gruppe ins Leben gerufen hat.

"Wir machen jetzt die Sevillana und Du kannst zugucken."

Mari Carmen ist zwar Spanierin, aber die Gruppe legt explizit Wert darauf, dass alle Nationalitäten eingeladen sind mitzutanzen. Ich fühle mich gleich wohl.

Eine Flamencotänzerin auf einem Festival - im Hintergrund spielen Musiker. Das Show ist in Madrid. (Imago / GranAngular)Eine Flamencotänzerin auf einem Festival in Madrie - die Sevillana ist ein verwandter Tanz (Imago / GranAngular)

Klein, schmal, zierlich - und ein strenger Tonfall. Mari Carmen hat viel von einer typischen "Tanzlehrerin". Dabei ist sie eigentlich "nur" Mutter und Hausfrau gewesen, wie sie selber sagt. Vor 40 Jahren kam sie aus Sevilla mit einer "katholischen Mission" nach Deutschland. Und irgendwann waren die Kinder aus dem Haus und sie hat sich nutzlos gefühlt. Da hatte sie die Idee, anderen Frauen ihrer Altersgruppe das Tanzen beizubringen.

"Hier wir sind nicht nur zum Tanzen, wir machen auch viel Gymnastik und dann wir lachen auch und das ist auch wichtig, dass wir alle zusammen kommen und wir miteinander gut auskommen, das ist für mich wichtiger als nur tanzen, aber wenn wir die Musik machen, dann macht das auch Spaß.Also das ist gut für die Knochen, für die Seele, fürs Gehirn, für alles."

Bei den Spaniern sind auch andere dabei: Deutsche, eine Ungarin und eine Türkin. Altersdurchschnitt Mitte 70. Die Ungarin ist angetan von den Spanierinnen.

"Was mich erstaunt hat positiv, ich bin neu und eine ist aus der Gruppe krank geworden und auf einmal kriegt sie eine Karte von allen. Und jetzt bin ich krank gewesen und dann ruft sie mich an am Abend, um nachzufragen, wie es mir geht und das ist so rührend - wie eine Familie. Ich komme so gerne her, obwohl ich ja, wie Sie sehen, keine Ahnung habe vom Tanzen, aber es ist einfach schön und warm."

Tanzen verbindet über Grenzen hinweg

Die Lebensläufe der Frauen ähneln einander, aber dieselbe kulturelle Heimat teilen sie nicht. Und doch finden sie so etwas wie Zusammengehörigkeitsgefühl beim gemeinsamen Tanzen.

"Ich bin seit 68 hier, ich war sehr, sehr jung, mit 16 Jahren habe ich meinen deutschen Mann kennengelernt. Ich konnte kein Deutsch, er kein Spanisch, aber ich wusste genau, der Mann ist der Mann meines Lebens und so bin ich hergekommen, blind vor Liebe. Dann die grauen Straßen, aber egal, wir haben eine Familie gegründet. Wir haben drei wunderbare Kinder und ich hab auch gleich angefangen zu arbeiten, vierzig Jahre lang war ich Verkäuferin bei Karstadt. Und eines Tages wurde ich Witwe und musste alleine weitergehen. Aber man muss immer nach vorne gucken, es geht nicht anders. Aber mein Herz, wenn ich ganz ehrlich sein, ich fühle mich hier wohl, ich habe meine Kinder, meine Enkel, aber manchmal überkommt mich diese Seele, diese Gefühle, diese Wurzeln, die mir das manchmal sehr, sehr schwer machen. Und dann bin ich in Spanien und da bin ich drei oder vier Wochen, dann habe ich Sehnsucht wieder nach hier. Und jetzt habe ich das, was ich gesucht habe, ich habe meine Gruppe, ich habe meine spanische Freude, meine spanische Sprache ab und zu mal, meine Freunde, was will ich mehr."

Es sind die Wurzeln, die Halt geben - und es gleichzeitig auch schwer machen, loszulassen und eine neue Heimat zu finden. Aber vielleicht braucht es das gar nicht. Vielleicht gibt es am Ende des Tages doch noch einen Plural für Heimat.

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