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Im Gespräch | Beitrag vom 29.06.2019

RekordtemperaturenKeep cool – Wie können wir uns der Hitze anpassen?

Monika Steinrücke und Ralph Krolewski im Gespräch mit Gisela Steinhauer

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Das Bild zeigt eine Frau, die sich im Sommer kühle Luft zufächelt. (dpa / picture alliance / Ina Fassbender)
Hilft immer gegen Hitze: der Fächer. (dpa / picture alliance / Ina Fassbender)

Was für eine Hitze! Städte melden Rekordtemperaturen, Kreislaufgeplagte suchen verzweifelt Abkühlung. Wer kann, macht Siesta oder ganz frei. Wie können wir die Hitze überstehen? Auch Städte suchen nach Lösungen, mit dem Klimawandel umzugehen.

"Bei Hitzewellen steigen Erkrankungen und Todesfälle an", sagt der Allgemeinmediziner Ralph Krolewski. "Die durchschnittliche Mortalität erhöht sich um acht bis zwölf Prozent, bei Hochbetagten versterben ungeschützt 300 von 100.000."

Klimatisierte Schutzräume in öffentlichen Gebäuden

Der Arzt mit eigener Praxis in Gummersbach ist Mitglied der "Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit". Das Netzwerk engagiert sich dafür, dass den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird – auch seitens der Politik. Rettungsdienste und Notärzte stehen vor neuen Herausforderungen, das Gesundheitswesen sei noch nicht vorbereitet, betont der Mediziner.

In Paris gibt es klimatisierte Schutzräume in öffentlichen Gebäuden, in Kirchen und Museen, die bei Hitze zur Verfügung stehen. So verfahren auch Athen und Bukarest. Und hierzulande? "In Köln werden bei Hitzewellen 52 Prozent der Bevölkerung kritisch belastet sein. Wo sollen die dann hin?"

Wie kriege ich kühle Luft in meine Wohnung?

Klimaanpassung betreffe jeden, sagt Dr. Monika Steinrücke, Stadtklimatologin an der Ruhr-Universität Bochum. "Das, was ich mache, wirkt sofort: Wann lüfte ich? Wo liegt das Schlafzimmer? Wie kriege ich kühle Luft in meine Wohnung?"

Die Geographin beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Städte und Unternehmen auf den Klimawandel einstellen können. "Der erste Schritt ist zu gucken: Wo habe ich kühle Luft, wie kommt sie in die Städte – und wie können wir sie dort halten?"

Maßnahmen seien: Mehr Grün, Luftschneisen, gezielter Einsatz von Wasser. Aber auch Details wie die Farbe des Straßenpflasters oder der Hausfassade. Dunkle Farben speichern die Wärme, helle reflektieren die Sonne.

Jeder Neubau braucht eine Dachbegrünung

Aber auch die Politik ist in der Pflicht, sagt die Wissenschaftlerin: "Genau wie auf dem Energiesektor muss die Politik Standards setzen. Bei Neubauten – wenn nichts Wichtiges dagegen spricht – muss eine Dachbegrünung drauf."

Keep cool – Wie können wir uns der Hitze anpassen?
Darüber diskutiert Gisela Steinhauer heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr mit Monika Steinrücke und Ralph Krolewski. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254 sowie per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de.

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