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Buchkritik / Archiv | Beitrag vom 17.06.2005

Reise in die Nanowelt

Von Jörg Schieb

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Nanotechnik (AP)
Nanotechnik (AP)

Alle schauen nach oben ins All, um sich weit entfernte Welten anzuschauen. Zweifellos spannend. Aber auch der so genannte Nanokosmos hat seinen Reiz. Also die ganz kleine Welt, die uns umgibt - und in der wir leben. Um sie zu besuchen, braucht man weder Lupe noch Mikroskop, denn bei <papaya:link href="http://www.nanoreisen.de" text="www.nanoreisen.de" title="Nanoreisen" target="_blank" /> kann man Ausflüge in die Welt des Nanokosmos unternehmen.

In der ersten Szene sehen wir eine Mücke, die auf dem Oberarm eines Mannes Platz genommen hat. Ein Mausklick, und die Kamera zoomt näher heran. Zeigt immer mehr Details. Die Mücke wird größer und größer. Jetzt ist sogar der Rüssel zu sehen. Ein Rüssel, der Blut saugt. Und das ist erst die erste Station der packenden Reise …

Es geht weiter. Schritt für Schritt. Nach und nach taucht der Besucher in die Welt des Mikro- und später in die Welt des Nanokosmos ein. Jede Zoomstufe bedeutet eine Vergrößerung um den Faktor 10.

Der Trip in die Welt des Nanokosmos ist äußerst spannend. Mücke. Rüssel. Blutkörperchen. Zellkern. Chromatinfäden. All das erscheint nach und nach als Computeranimation auf dem Bildschirm. Dinge und Aspekte des Lebens, die wir bestenfalls aus Illustrationen kennen - sie sind plötzlich sehr präsent, wirken lebensecht.

So sehen wir später sogar die DNA-Doppelhelix des Mückenopfers.
Aber selbst die ist längst noch nicht die letzte Station. Es geht weiter in die Details der DNA. In die Welt der Atome und Elektronen. Bis wir bei einem Femtometer tatsächlich bei den Quarks landen, den kleinsten Teilchen, die derzeit bekannt sind.

Wer selbst diese spannende Reise unternehmen möchte, füttert seinen Browser mit der Adresse www.nanoreisen.de.
Die Webseite ist wie ein Dokumentarfilm zum Anklicken. Tempo und Ziel der Reise bestimmt der Besucher selbst.
Bei jedem Klick tauchen wir weiter ein, sehen wir noch kleinere Dinge. Überall im Bild sind kleine Details versteckt, die sich ebenfalls anklicken lassen - und auf Wunsch ausführlich erklärt werden. Zum Beispiel, was eine DNA-Doppelhelix eigentlich ist und welche Erkenntnisse die Wissenschaft darüber hat. Kurz und knapp, aber einprägsam.

Der Besucher kann jederzeit vor- und zurück reisen. Im Routenplaner lassen sich die einzelnen Stationen der aufregenden Reise nachschauen - und auf Wunsch auch gezielt anspringen.
Den Machern dieses kostenlosen Angebots ist wirklich etwas außergewöhnliches gelungen. Eine Webseite, die ihre Besucher entführt, die Lust macht aufs Erforschen und Lernen. nanoreisen.de ist sinnlich und informativ zugleich. Was hier geboten wird, kann kein Buch, keine Zeitschrift, kein Film leisten. Ein solches Erlebnis ist nur im Web möglich.

Nanoreisen.de ist ein Projekt des VDI Technologiezentrums, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Derzeit bietet nanoreisen.de drei verschiedene Exkursionen an. Eine führt in und durch den Körper, man landet schlussendlich bei den Atomen.

Die zweite Reise entführt den Besucher in die spannende Welt des Computers. Hier erfahren wir, wie Chips funktionieren. Wie Daten durch die Leitungen rauschen, was Bits und Bytes auszeichnet und wie Entscheidungen gefällt werden.

Die dritte Reise lässt einen abtauchen in die Welt der Glühbirne. Hier erfahren Nanoreisen-Besuch eine Menge über Licht und Photonen.
Alle drei Reisen sind äußerst spannend gemacht und wirklich hervorragend gelungen. Das Angebot wurde vor einigen Tagen für den Grimme Online Award nominiert. Verdientermaßen.

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