Regisseur: Lage für iranische Oppositionelle ist lebensgefährlich

Proteste in Teheran im vergangenen Jahr © AP
25.05.2010
Knapp ein Jahr nach dem ersten Ausbruch der öffentlichen Proteste im Iran schätzt der iranische Filmregisseur Mohammad Farokhmanesh die Situation für Oppositionelle im Land noch immer als lebensbedrohlich ein. Farokhmanesh sagte, er wisse nicht, ob die Menschen am Jahrestag der ersten Proteste wieder auf die Straße gehen würden.
Seit vergangenem Juni seien mehr als 4000 Menschen inhaftiert worden, darunter 150 Journalisten. "Es ist (…) nicht so einfach, auf die Straße zu gehen. Es ist lebensgefährlich", sagte er. Momentan seien auch viele Polizisten unterwegs, die versuchten, den Menschen Angst zu machen.

Zu der vorübergehenden Freilassung des Filmregisseurs Jafar Panahi aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis sagte Farokhmanesh, ein Grund hierfür sei der internationale Druck auf das Teheraner Regime gewesen. Auch der öffentliche Druck im Iran selbst sei groß. Schließlich habe auch der Hungerstreik Panahis zu dessen Freilassung beigetragen.

Die Regierung wolle derzeit nicht so viel Presse. Farokhmanesh sagte, er bewundere Panahi: "Er gehört zu den wenigen Regisseuren, die (…) im Iran geblieben sind und weiterhin kämpfen." Es sei im Iran sehr schwierig geworden, überhaupt Filme zu machen - auch wenn diese gar nicht politisch seien. Deswegen habe ein Großteil der Regisseure das Land verlassen.


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