Regimekritischer Künstler wegen satirischer Mao-Skulpturen in China vor Gericht

    Vor dem ACE Museum in Los Angeles, USA, steht ein riesiger Kopf aus Edelstahl von Lenin, dem russischen kommunistischen Revolutionär. Das Werk der chinesischen Brüder Gao (Zhen und Qiang) trägt den Titel „Miss Mao”.
    Eine "Miss Mao" der chinesischen Gao-Brüder - eine Karikatur von Mao Zedong mit Brüsten - versucht auf einem riesigen Lenin-Kopf zu balancieren. © picture alliance / dpa / Michael Nelson
    Der chinesische Dissident und Künstler Gao Zhen, bekannt für seine satirischen Skulpturen des ehemaligen chinesischen Staatschefs Mao Zedong, steht in China wegen „Verleumdung nationaler Helden und Märtyrer“ vor Gericht. Das haben seine Frau und eine chinesische Menschenrechtsorganisation der Nachrichtenagentur Reuters mitgeteilt. Ihm droht demnach eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Der in den USA lebende 69-jährige wurde bereits im August 2024 während eines China-Besuchs festgenommen. Ein Urteil steht noch aus. Zusammen mit seinem Bruder schuf Gao mehrere Skulpturen von Mao, die die Kulturrevolution von 1966 bis 1976 kritisierten – eine Zeit sozialer Unruhen und politischer Verfolgung in China mit Millionen von Todesopfern.