Rechte Verlage: Besucherschlangen und Protest vor umstrittener Buchmesse "Seitenwechsel" in Halle

    Mehrere Frauen stehen nebeneinander und halten Plakate in die Höhe. Im Vordergrund steht ein Polizeiauto.
    Mitglieder der "Omas gegen Rechts" protestieren gegen die Buchmesse "Seitenblick" in Halle © picture alliance / dpa / Heiko Rebsch
    In Halle läuft die zweite Ausgabe der umstrittenen Buchmesse "Seitenwechsel". Mehr als 140 Autoren und Verlage sind dabei, darunter bekannte Namen aus der rechtsextremen Szene. Für Sonntag sind Proteste angekündigt. Zum Auftakt der Messe bildeten sich lange Besucherschlangen vor dem Gelände. Letztes Jahr waren nach Angaben der Veranstalter 6.000 Besucher da, dieses Jahr geht Organisatorin Susanne Dagen von deutlich mehr Interessierten aus. Dagen ist Mitglied der AfD-Stadtratsfraktion in Dresden und betreibt eine Buchhandlung im Stadtteil Loschwitz. Unter den Ausstellern der diesjährigen Ausgabe sind das "Compact-Magazin" und der Antaios-Verlag. Beide in Sachsen-Anhalt beheimateten Verlage werden von den Verfassungsschutzbehörden von Land und Bund als "gesichert rechtsextrem" eingestuft. Das Magdeburger Innenministerium hatte im Vorfeld der Messe erklärt, einige Aussteller seien dem "verfassungsschutzrelevanten Teil der sogenannten Neuen Rechten" zuzuordnen. Zu den Referenten und Podiumsteilnehmern gehören der frühere Verfassungsschutzpräsident Maaßen, der Kabarettist Uwe Steimle, der Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Chrupalla, sowie der AfD-Landtagsvizepräsident in Sachsen-Anhalt, Tillschneider. Vor dem Eingang der Messe versammelten sich einige Vertreterinnen der Vereinigung "Omas gegen Rechts" mit Plakaten. Für heute plant ein Bündnis eine Demo und eine Protestkundgebung. "Wir kämpfen gegen die Etablierung einer extrem rechten Buchmesse", erklärten die Organisatoren im Vorfeld. Nach Einschätzung des Deutschlandfunk-Korrespondenten in Sachsen-Anhalt, Niklas Ottersbach, bleibt die ganz große Aufregung vor der rechten Buchmesse aber aus .