Seit 22:03 Uhr Freispiel

Donnerstag, 17.10.2019
 
Seit 22:03 Uhr Freispiel

Studio 9 | Beitrag vom 02.12.2015

Reaktionen auf Zuckerberg-AnkündigungDie Privatisierung der Mildtätigkeit

Von Wolfgang Stuflesser

Podcast abonnieren
Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit seiner Frau Priscilla und Tochter Max (dpa / picture alliance / Courtesy Of Mark Zuckerberg)
Facebook-Chef Mark Zuckerberg lagert 99 Prozent seines Vermögens in eine Stiftung aus (dpa / picture alliance / Courtesy Of Mark Zuckerberg)

Mark Zuckerberg und Priscilla Chan wollen nahezu ihre gesamtes Facebook-Aktienvermögen spenden. Für diese Entscheidung gibt es viel Lob, aber auch einige Kritik, denn in Zukunft wird Zuckerberg dadurch wesentlich weniger Steuern zahlen. Stattdessen bestimmt er durch die Stiftung lieber selbst, wer mit seinem Geld unterstützt wird.

Mark Zuckerberg und seiner Frau Priscilla Chan haben angekündigt, noch zu Lebzeiten 99 Prozent ihres Facebook-Aktienvermögens spenden zu wollen. Darauf hat es eine Vielzahl an Reaktionen gegeben. Unter den mehr als 60.000 Facebook-Nutzern, die die Ankündigung von Mark Zuckerberg und seiner Frau Priscilla Chan kommentiert haben, sind natürlich auch einige Prominente.

Shakira schrieb, die kleine Max habe großes Glück, Eltern mit so viel Hingabe und Anstand zu haben. Melinda Gates, die selbst mit ihrem Mann, dem Microsoft-Gründer Bill Gates, eine wohltätige Stiftung ins Leben gerufen hat, schrieb, das erste Wort, dass ihr in den Sinn komme, sei: Wow - das Beispiel der beiden sei eine Inspiration für die Welt.

Pro gespendeter Milliarde entgehen dem Staat 330 Millionen Dollar Steuern

Das Geld soll ja einer neu gegründeten Stiftung zukommen, die sich für die Chancengleichheit von Kindern einsetzt. Maria Shriver, die von ihrem Mann getrennt lebende Frau von Arnold Schwarzenegger und Nichte von John F. Kennedy, kommentierte, was denn mit der Forschung in Sachen Alzheimer sei, ob sie da mit Zuckerberg zusammenarbeiten könne. Seine etwas lapidare Antwort: Ja, auch Alzheimer verdiene mehr Forschungsarbeit.

Die Kommentatoren in den US-Medien sind durchaus geteilter Meinung: Einige loben die Entscheidung, andere rechnen vor, wie viele Steuern Zuckerberg in den nächsten Jahren sparen wird: Mit jeder Milliarde, die er spendet, entgehen dem amerikanischen Staat demnach 330 Millionen Dollar an Steuern, die dann natürlich auch nicht der Allgemeinheit zu Gute kommen. Manche sehen darin ein weiteres Beispiel für die Privatisierung der Mildtätigkeit - nicht der Staat, sondern Zuckerberg und seine Frau entscheiden, was sie fördern und was nicht.

Und natürlich machen sich manche auch einfach lustig: Ein Twitter-Nutzer schrieb: Wer als nächster auf Facebook die Geburt seines Kindes bekannt gibt, muss sich neben Mark Zuckerberg wie ein Sparbrötchen vorkommen.

Mehr zum Thema:

Mark Zuckerberg - Facebook-Chef will will 42 Milliarden Euro spenden
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 02.12.2015)

Neu im Kino: "Steve Jobs" - Glanzstück des Dialogfilms
(Deutschlandradio Kultur, Frühkritik, 12.11.2015)

Facebook - Behörden gehen verstärkt gegen Hasskommentare vor
(Deutschlandfunk, Die Nachrichten, 12.11.2015)

Interview

GroßbritannienEs ist ein "Engxit", kein "Brexit"
Ein Mann geht an einem Brexit-Graffiti in Belfast vorbei.    (David Young/PA Wire/dpa/picture-alliance)

Die Rolle, die der Landesteil England beim Brexit spiele, werde zu wenig beleuchtet, findet Architekturkritiker Nikolaus Bernau, der britische Verwandte hat: Vor allem dort wurde für den EU-Austritt gestimmt. Eigentlich gehe es um stark angeschlagene englische Gefühle.Mehr

weitere Beiträge

Frühkritik

Neu im Kino: "Parasite"Der Duft der Armut
Szene aus dem Film "Parasite". Die Schauspielerin Yeo-jeong Jo geht eine Treppe hinauf. (picture alliance/dpa/Neon/Entertainment Pictures/ZUMAPRESS)

In "Parasite", ausgezeichnet mit der Goldenen Palme von Cannes, erzählt Regisseur Bong Joon-ho von einer armen Familie, die sich in einen Oberschichtshaushalt einschleicht. Macht sie das zu Parasiten? Die Grenze zwischen Gut und Böse ist fließend.Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur