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Neonlicht / Archiv | Beitrag vom 13.11.2011

Raven, feiern, trinken

Moderation: Mandy Schielke

Zwei Straßenbahnen in Berlin. Wer am Wochenende eine bestimmte Linie nutzt, wird automatisch Teil der Partykultur. (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)
Zwei Straßenbahnen in Berlin. Wer am Wochenende eine bestimmte Linie nutzt, wird automatisch Teil der Partykultur. (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)

Das Neonlicht stellt diese Woche die entscheidenden Fragen: Darf man in der Tram Party machen? Muss man traurig sein, dass der Latte Macchiato vor 15 Jahren nach Deutschland kam? Kann man gegen Deutschland raven? Und ist Individualität heutzutage überhaupt noch möglich? Zur Beantwortung dieser Fragen schwärmten die Reporter nach Berlin, München und Rotterdam aus.

Unterwegs mit der Party-Tram
Von Gesine Kühne
Wer noch keinen Führerschein hat oder ihn nach durchzechter Nacht nicht aufs Spiel setzen will, hat in Berlin leichtes Spiel, kommt er doch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an so ziemlich jedes Ziel. Das hat Auswirkungen: Die "M10", die Straßenbahn, die einmal längs durch die Stadt von Mitte über Prenzlauer Berg bis hin nach Friedrichshain fährt, verwandelt sich am Wochenende vom stinknormalen Zug zur "Party-Tram" – inoffiziell, versteht sich, jeder, der einen Fahrschein hat und noch Platz findet, darf rein.

Wir und die anderen
Von Kerstin Schweighöfer
Wir sind alle Individuen, richtig? Falsch, sagen der niederländische Fotograf Ari Versluis und die Stylistin Ellie Uyttenbroek. Seit über 15 Jahren streifen sie durch die Großstädte der Welt, identifizieren gesellschaftliche Typen und Subkulturen, fotografieren und gruppieren sie zu "urban tribes", zu modernen Großstadt-Stämmen. In ihrem immer wieder aktualisierten Buch "Exactitudes" tauchen sie dann auf, die "Capuccino-Girls", die "Bonkerboys", die "Widows", die "Surfers", die "Carrie-Daddys". In dem Versuch, sich von anderen zu unterscheiden, wird man den Mitgliedern der eigenen Bezugsgruppe immer ähnlicher.

Vom Kindergetränk zur Yuppieplörre
Von Andi Hörmann
Milch, Espresso und Milchschaum, fertig ist der Latte Macchiatto. Ursprünglich mal ein Kindergetränk, weil mit wenig Koffein, aber zum Synonym geworden für den trendigen Großstädter, der mit seinem Laptop im Café sitzt und eben jenen Latte schlürft. Wenn man es klischeehaft will, dann das Yuppie-Begleitgetränk zur Gentrifizierung. Wie das SZ-Magazins nachgerechnet hat, dürfte der Latte Macchiato vor ziemlich genau 15 Jahren nach Deutschland gekommen sein. In München ging's los, natürlich. Und aus München kommt auch unsere Würdigung dieses Getränks, das für manche die Krönung der Kaffee-Kultur, für andere das alkoholfreie Gegenstück zu Rum-Cola bedeutet.

Raven gegen Deutschland
Von Nadine Kreuzahler
"Macht kaputt, was euch kaputt macht" oder "Deutschland muss sterben, damit wir leben können", so tönte es auf etlichen Demonstrationen der 70er, 80er und 90er-Jahre vom Lautsprecherwagen. Dann kam Egotronic. Die Band verbindet die plakativen Parolen des Punk mit Elektro-Klängen, feiert jetzt ihr zehnjähriges Jubiläum und hat der linken Protestbewegung zu einem neuen, zeitgemäßem Sound verholfen.

Neonlicht

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