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Interview / Archiv | Beitrag vom 21.10.2019

Raumfahrtexperte zu einem deutschen Weltraumbahnhof"Es geht hier um viel Geld"

Ulrich Walter im Gespräch mit Axel Rahmelow

19.10.2018, Frankreich, Kourou: Das Bild zeigt die Baustelle für die Startanlage der neuen Trägerrakete Ariane 6 auf dem Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Die Ariane 6 soll am 16. Juli 2020 erstmals ins Weltall starten. (picture alliance/dpa/Janne Kieselbach)
Frankreich ist schon weiter als Deutschland: der französische Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Von hier sollen bald Trägerraketen ins All starten. (picture alliance/dpa/Janne Kieselbach)

Braucht Deutschland einen eigenen Weltraumbahnhof? Es gibt dringlichere Probleme, sagen die hämischen Reaktionen aus dem Netz auf den Vorstoß der deutschen Industrie. Es wird höchste Zeit, findet dagegen der Professor für Raumfahrttechnik Ulrich Walter.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie wünscht sich einen eigenen Weltraumbahnhof in Deutschland, Wirtschaftsminister Peter Altmaier zeigt sich aufgeschlossen - doch im Netz hagelt es erneut Hähme, ähnlich wie vor einem Jahr, als Marcus Söder die Weltraummission "Bavaria One" ankündigte.

"Typisch deutsch" findet Ulrich Walter diese Reaktionen. Er ist Professor für Raumfahrttechnik an der Technischen Universität in München und ehemaliger Astronaut. Zwar müsse sich Altmaier noch schlau machen über die rechtliche Voraussetzungen und die Risiken eines Weltraumbahnhofs in Deutschland. Aber ein stillgelegter Militärflugplatz in der Nähe der Nordsee würde sich bestens eignen - und mehr Engagement in der Raumfahrt sei dringend geboten, sagt Walter.

Der Weltraummarkt liege weltweit derzeit bei 350 Milliarden Dollar Umsatz und werde bis 2040 auf eine Billionen Dollar ansteigen: "Die Deutschen haben nicht verstanden, dass es hier um richtig viel Geld geht, um ein kommerzielles Unternehmen, bei dem man Geld macht für die Zukunft", sagt Walter.

(sed)

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