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Kompressor | Beitrag vom 27.06.2019

Rapperin Cardi B gegen die MedienSie will die Krasseste sein

Helen Fares im Gespräch mit Shanli Anwar

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Rapperin Cardi B mit Backgroundtänzeinnen während der 19th Verleihung der BET-Awards im Microsoft- Theater in Los Angeles (imago / UPI Photo / Jim Ruymen)
Von der Reality-TV-Show Love and Hip Hop zu einer der bekanntesten US-Rapperinnen: Cardi B. (imago / UPI Photo / Jim Ruymen)

Viele Tote gibt es im neuesten Video "Press" von Cardi B. Darunter auffallend viele ältere, weiße Journalistinnen. In den USA sorgt der Clip bereits für reichlich Aufregung. Was will uns die US-Rapperin mit dem Video sagen?

Vor zwei Tagen stand Rapperin Cardi B in New York vor Gericht wegen einer Barschlägerei. Einen Tag später erschien ihr neues Musikvideo "Press", das bereits nach 24 Stunden fast neun Millionen Mal auf Youtube abgerufen wurde und das in den USA für reichlich Aufregung sorgte.

Denn das Video erscheint wie eine Kampfansage der Rapperin gegen Journalisten und etablierte Medien. Darin erschießt Cardi B Journalistinnen, landet vor Gericht und erschießt wieder Medienvertreter. Um am Ende dann noch ihre Zellengenossin in der Toilette zu ertränken.

Der Musikjournalistin Helen Fares zufolge sind das Video und der Tenor "Cardi don't need more press" dennoch nicht explizit als Angriff auf die Medien zu verstehen: "In dem Musikvideo killt sie eben nicht nur die Presse, sondern auch ihre Tänzerinnen, auch die Frau, die mit ihr am Ende die Zelle teilt, also einfach alle."

Alles nur PR?

Genausowenig sieht Fares in "Press" eine politische Kritik an den Waffengesetzen in den USA: "Ich glaube, mit 'Kill em all' ist was anderes gemeint, nämlich einfach nur, wie es eben in der Hip-Hop-Lingo genutzt wird: Ich kill sie alle, ich bin einfach krasser als alle, ich rappe alle an die Wand. Ich mach mich groß, ich bin besser als alle."

Und natürlich sei der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Videos PR-mäßig gut gewählt, denn der Song "Press" sei schon vor drei Wochen erschienen.

"Ich glaube, das war schon ganz gut getimed, dass es halt darum ging, diesen Gerichtstermin zu instrumentalisieren."

(uko)

 

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