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Tonart | Beitrag vom 16.03.2020

Rapper Jay Electronica Debüt mit zehn Jahren Verspätung

Fabian Wolff im Gespräch mit Andreas Müller

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Ein Schwarzer mit kurzen dunklen Haaren und markanter eckiger Sonnebrille: Der Mann trägt ein schwarzes Sweatshirt mit dem Schriftzug "1904" und eine große goldene Kette, die wie ein Orden aussieht. (Michael Zorn/Invision/AP)
Jay Electronica in Aktion - hier bei einem Festival im September 2016 in Philadelphia. (Michael Zorn/Invision/AP)

Als Ausnahmetalent mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht, ließ er seine Fans ein ganzes Jahrzehnt lang warten: Vergangene Woche hat der Rapper Jay Electronica nun endlich sein Album "A Written Testimony" veröffentlicht.

Zehn Jahre ist es her, dass der Rapper Jay Electronica aus New Orleans sein Debütalbum angekündigt hat. Es wurde damals mit großer Spannung erwartet - vor allem wegen seiner Single "Exhibit C", die seine ausgefeilte Technik bewies.

Der Hype war groß. Jay Electronica unterschrieb einen Vertrag bei Jay Z's Label Roc-A-Fella. Es gab einen Termin für das Album. Doch dann kam - nichts.

Immer und immer wieder wurde "Act II: Patents of Nobility" angekündigt, und dann verschoben. Jetzt, mehr als ein Jahrzehnt nach der letzten offiziellen Veröffentlichung, ist es am Freitag endlich erschienen. Inzwischen heißt es "A Written Testimony".

Nostalgischer Charme

Fabian Wolff erklärt, wie und warum das Album jetzt endlich publiziert wurde:

"Es ist nicht direkt das Ergebnis zehnjähriger Arbeit, sondern wurde in 40 Tagen im Dezember und Januar neu aufgenommen. Mit Ausnahme eines schon bekannten Songs von 2010. Das Album ist nicht gestrig, aber irgendwie retro.

Im Sound gibt es Anklänge an den Drumsound der Neunziger und sogar davor, etwa Public Enemy. Das Album beginnt sogar mit einem Sample von Louis Farrakhan. Jay Electronica ist ein erklärter 'Five Percenter' der afrozentrisch-muslimischen Bewegung, die vor allem in den Achtzigern und Neunzigern den Hiphop geprägt hat.

Das alles hat seinen nostalgischen Charme, auch wenn es ideologisch teilweise irritiert. Ein großes Meisterwerk ist es nicht – soll es auch angeblich nicht sein, weil es nur der Anfang einer großen Geschichte ist, die Jay Electronica jetzt mit zügigen anderen Veröffentlichungen weiter erzählen will."

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