Rückblick auf die Ära Merkel

"Ab 2015 ging es nur noch bergab"

06:42 Minuten
Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Blumenstrauß.
Zum Abschied von Bundeskanzlerin Angela Merkel erfährt sie von vielen Seiten eine große Würdigung, erntet aber auch Kritik. © picture-alliance / dpa / ap / Markus Schreiber
Zana Ramadani im Gespräch mit Stephan Karkowsky  · 02.12.2021
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Eine kritische Bilanz der Ära Merkel zieht die Politikberaterin und Autorin Zana Ramadani. Als CDU-Mitglied beklagt sie vor allem mangelnde Reformbereitschaft und Stillstand. Den Musikgeschmack der Kanzlerin findet sie besser als deren Politik.
Ein Merkel-Fan ist die Politikberaterin und Autorin Zana Ramadani spätestens seit 2015 nicht mehr. Als CDU-Mitglied blickt sie zum Abschied eher kritisch auf die Ära Merkel. Sie stammt selbst aus Nordmazedonien und fand es unpassend, dass Merkel angesichts der Flüchtlinge, die Hilfe brauchten, von "Flut" gesprochen habe.

Mangelnde Reformbereitschaft

"Ab 2015 ging es eigentlich nur noch bergab, dass sie vieles nur noch ausgesessen hat", sagt Ramadani über die scheidende Bundeskanzlerin. "Ihre Reformbereitschaft war gar nicht mehr gegeben." Merkel hätte mehr für das Land und seine Bürger tun müssen.

Kritik an zu großer Toleranz

Sie selbst sei in einer konservativen Gemeinde aufgewachsen und habe davon sehr profitiert, begründet Ramadani ihr Engagement in der CDU. In ihrem viel diskutierten Buch "Toleranzwahn" habe ich sie auch die Merkel-Politik kritisiert, die einem Mainstream gefolgt sein. "Man kann nicht tolerant gegenüber Intoleranten sein", sagt die Autorin. In Nordrhein-Westfalen habe der frühere Ministerpräsident Armin Laschet sogar mit Islamistenverbänden zusammen gearbeitet.

Schwierige Nachfolge bei der CDU

Bei einer möglichen Nachfolge von CDU-Parteichef Laschet sei sie deshalb auch gegen den bisherigen Kanzleramtschef Helge Braun, der die Merkel-Politik fortführen wolle. "Ich wünschte mir in der CDU mehr soziale Politik gerade auch für Familien", sagt Ramadani, die deshalb auch von Friedrich Merz nicht überzeugt ist. Bei Norbert Röttgen sehe sie da eine Chance. "Ich weiß nicht, ob er die Kurve kriegt."

Lob für Musikauswahl

Mit Blick auf den heutigen Großen Zapfenstreich zu Merkels Abschied und ihre Liedauswahl sagt das CDU-Mitglied: "Ich wünschte, sie hätte in den letzten Jahren so gehandelt, wie sie diese Lieder ausgesucht hat." Sie freue sich über das kirchliche Lied "Großer Gott, wir loben Dich". Der frühere DDR-Hit von Nina Hagen "Du hast den Farbfilm vergessen" sei ein toller Song. Auch von Hildegard Knefs "Rote Rosen" ist Ramadani begeistert.

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