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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 10.07.2019

Ralf Fücks zur AfD"Die Richtungsentscheidung ist schon gefallen"

Moderation: Korbinian Frenzel

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Das Führungstrio der AfD, Jörg Meuthen, Alexander Gauland und Alice Weidel in der Bundespressekonferenz in Berlin. (imago / IPON)
Dass weder Meuthen, Gauland noch Weidel den Appell der 100 unterschrieben hat, ist für Ralf Fücks ein Zeichen, dass der Richtungsstreit zugunsten von Höcke entschieden ist. (imago / IPON)

Sieger im parteiinternen Machtkampf der AfD ist für Ralf Fücks bereits jetzt der nationalrevolutionäre Flügel um Björn Höcke. Der Anti-Höcke-Appell einiger Funktionäre komme zu spät: "Die AfD ist längst in der Ecke, in der Höcke sie haben will."

100 gegen Höcke: In der AfD wird es jetzt einigen offenbar zu bunt mit dem Personenkult um AfD-Rechtsaußen Björn Höcke. In einem offenen Appell wollen sie den thüringischen AfD-Landeschef in die Schranken weisen, sprich: die Landespolitik.

Ralf Fücks, Grünen-Politiker und früherer Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, glaubt nicht, dass dies gelingen wird. Der Appell der 100 Funktionäre komme "zu spät und zu halbherzig", sagt er. "Ich glaube, das sind Rückzugsgefechte."

Der Appell stellt die Machtfrage nicht

Nach Fücks' Ansicht ist die Richtungsentscheidung innerhalb der AfD bereits gefallen: "Die AfD ist schon längst in der Ecke, in der Höcke sie haben will, einer rechtsextremen Partei." So sei es zum Beispiel sehr auffällig, dass keiner aus der Führungsspitze der AfD den Appell unterschrieben habe, weder die beiden Parteivorsitzenden Alexander Gauland und Jörg Meuthen noch Fraktionschefin Alice Weidel.

Ralf Fücks vom Zentrum Liberale Moderne. (imago/Metodi Popow)Ralf Fücks glaubt nicht, dass es Höckes innerparteilichen Gegner gelingt, dessen Einfluss einzudämmen. (imago/Metodi Popow)

Auch traue sich der Appell gar nicht, die Machtfrage zu stellen, so Fücks weiter. Sondern die Unterzeichner wollten Höckes Einfluss lediglich auf Thüringen begrenzen. "Ich glaube, diejenigen, die früher vielleicht einmal eher nationalkonservative Vorstellungen in der AfD hatten, die eine andere Politik wollen, aber nicht unbedingt eine andere Republik wie Höcke, die sind längst in der babylonischen Gefangenschaft dieses nationalrevolutionären Flügels."

Ihnen rät Fücks, die Partei zu verlassen: "Da muss man einen klaren Trennungsstrich ziehen, und diejenigen, die mit diesem Kurs in der AfD nicht einverstanden sind, sollten gehen, statt das Feigenblatt zu spielen für die völkischen Nationalisten wie Höcke."

(uko)

Ralf Fücks ist geschäftsführender Gesellschafter des Zentrums Liberale Moderne in Berlin. Er war zuvor 21 Jahre lang Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. Der Vor- und Querdenker sucht stets den parteiübergreifenden Diskurs. Vor seiner Zeit bei der Böll-Stiftung war Fücks Co-Vorsitzender der Grünen (1989/90) und Senator für Umwelt und Stadtentwicklung in Bremen. Das ganze Gespräch mit ihm aus unserer Sendung "Der Tag mit..." hören Sie hier:

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