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Länderreport | Beitrag vom 14.09.2018

Räumung des Hambacher ForstesDas Baumhaus-Dorf muss weichen

Von Vivien Leue

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Das Bild ist von unten aufgenommen: Man sieht durch die Blätter den Kopf einer schreienden Umweltaktivistin und eines Polizisten mit Helm. (Christophe Gateau / dpa )
13.09.2018, Nordrhein-Westfalen, Kerpen: Kletterer der Polizei nehmen im Hambacher Forst auf einem Baumhaus eine Aktivistin fest. Die Polizei sichert den Beginn einer Räumung des Hambacher Forsts ab (Christophe Gateau / dpa )

Ein Waldstück ist zum Symbol für den Kampf gegen den Klimawandel geworden. Derzeit holen Polizisten und Höhenretter Aktivisten aus den Baumhäusern im Hambacher Forst bei Köln. Doch der allergrößte Teil des Waldes wurde längst für den Garzweiler-Tagebau gerodet.

Szenen von gestern aus dem Hambacher Forst. Drei Menschen haben sich in einem Baumhaus verschanzt – auf mehr als 10 Metern Höhe. Polizisten und Höhenretter versuchen, sie von dort herunterzuholen.

In den frühen Morgenstunden waren unzählige Mannschaftswagen, Wasserwerfer und schweres Räumgerät angerückt, um den 200 Hektar großen Hambacher Forst nahe Aachen – und seine mehr als 50 Baumhäuser zu räumen.

"Wir gehen davon aus, dass es hier zu größeren Protestaktionen kommen wird. Darauf haben wir uns eingestellt, damit haben wir gerechnet und ich glaube, dass wir das ganz gut in den Griff bekommen können", erklärt ein Sprecher der Polizei Aachen.

Tatsächlich bleibt es relativ ruhig an diesem Tag. Viele Aktivisten und Waldbesetzer behindern die Räumung durch passiven Widerstand – indem sie sich an Bäume ketten oder mit Sitzblockaden den Weg versperren.

Vereinzelt fliegen allerdings auch Steine und Molotowcocktails gegen Polizei-Wagen und –Beamte. Ein Vorgeschmack darauf, was noch zu erwarten ist?

Einige Tage vor diesem Polizei-Einsatz laufe ich mit Momo durch den – noch friedlichen – Wald. Der 21-Jährige ist einer der mittlerweile rund 150 Waldbesetzer.

"Ich wollte eigentlich nur für zehn Tage bleiben, jetzt lebe ich hier schon eineinhalb Jahre."

Erreichbar nur mit Kletterausrüstung

Ursprünglich kommt Momo aus Bayern – und heißt anders. Aber hier im Wald gibt sich jeder Bewohner einen neuen Namen, vielleicht als Symbol dafür, dass zwischen den zum Teil hundert Jahre alten Bäumen die Regeln und Zwänge der Außenwelt nicht gelten sollen.

Polizisten holen im Hambacher Forst eine Aktivistin von einer Hängebrücke zwischen den Bäumen. (picture alliance/Marius Becker/dpa)Polizisten holen im Hambacher Forst eine Aktivistin von einer Hängebrücke zwischen den Bäumen. (picture alliance/Marius Becker/dpa)

"Das ganz normale Leben ist hier entschleunigt. Wir haben nicht so viel Zugzwang, quasi den getakteten Tagesablauf der Außenwelt mitzumachen. Ich würde sagen, es ist ein anderes Lebensmodell zu dem, was in den Städten oder in der Außenwelt quasi geführt wird - und mir als Person tut das schon ziemlich gut gerade ... - wir müssen da jetzt einmal rechts."

Momo biegt von einem großen Forstweg auf einen kleinen Waldweg ab.

"Dann einmal hier rum … - da ist eine Lücke. Das hier ist eine der ältesten Besetzungen, die der Forst hat, gleichzeitig auch finde ich die imposanteste."

Hoch über unseren Köpfen sind in den sonnenbeschienen Baumwipfeln Holz-Plattformen und Hängebrücken zu sehen. Ein kleines Baumhaus-Dorf in schwindelerregender Höhe.

"Dieses Baumhaus da drüben ist das aktuell höchste, die Dachterrasse ist auf 28 Metern. Es ist unglaublich krass, was die Menschen hier reingebaut haben."

Diese Baumhäuser sind – wie die meisten im Wald – nur mit professioneller Kletterausrüstung und über Seile zu erreichen. Mehrmals die Woche gibt es deshalb Kletterkurse für Neuankömmlinge. Wer sich das Hochsteigen am Seil noch nicht zutraut, für den gibt es im Wald allerdings auch Gemeinschaftshäuser, die nur in fünf oder sechs Metern Höhe liegen – und per Treppe zu erreichen sind.

Insgesamt 50 bis 60 Baumhäuser, verteilt auf rund zehn Dörfer, stehen zurzeit im Hambacher Forst.

"Ich habe hier selber eins mitgebaut, da laufen wir auch nachher noch dran vorbei. Wir haben drei Monate dafür gebraucht, wir waren aber auch echt nicht die Schnellsten."

Momo bindet sich sein kinnlanges dunkles Haar zu einem Zopf zusammen und blickt fast träumerisch auf die Behausungen vor ihm.

"Das ist komplett isoliert, hat eine große gemütliche Matratze drin, also es ist unglaublich. Es ist wunderschön. Also wirklich unglaublich schön."

Die meisten Baumhäuser sind isoliert, haben Fenster, einen Ofen und zum Teil auch Kochnischen. Immerhin verbringen viele Waldbesetzer dort auch die Winter, die im Rheinland nicht nur kalt, sondern vor allem nass und ungemütlich werden können.

"Wenn wir jetzt da lang gehen, da kommen wir dann zur Abholzkante."

Isoliert, mit Ofen und im Winter bewohnt

Der 21-Jährige schlängelt sich durch dicht bewachsene Waldwege und biegt dann wieder auf den großen Forstweg ab. Von weitem ist ein Raunen zu hören. 

"Da hören wir jetzt gerade den Bagger, der da vorne rumbaggert. Also da vorne, wo die Bäume aufhören, dort ist die Kante vom Hambacher Forst schon. Dahinter geht dann auch die Mine los."

Tatsächlich hört der Wald nach weiteren etwa 50 Metern jäh auf. Vor uns erstreckt sich ein gut 500 Meter breites brachliegendes Feld. Dahinter ragen riesige Metalltürme in die Höhe: Bagger, die sich kontinuierlich in die Landschaft vorgraben. Der Hambacher Tagebau ist einer der größten in Europa – etwa 12 mal 8 Kilometer groß ist die Grube zurzeit.

"Ja, willkommen im Tagebau-Vorfeld. Da kommt auch schon die Polizei. Noch befinden wir uns auf der rechtlichen Seite, wenn wir noch einen Schritt weiter gehen würden, wären wir illegal. Diese Straße ist offizielles Betriebsgelände von RWE."

Die Polizei schaut etwas streng aus ihrem VW-Bus und fährt dann weiter. Das gesamte Gebiet rund um den Hambacher Wald ist Ende August zum gefährlichen Ort erklärt worden. Das gibt der Polizei mehr Befugnisse. So kann sie zum Beispiel einfacher Personenkontrollen und Durchsuchungen vornehmen. Hintergrund sind wiederholte Angriffe aus dem Wald heraus auf Polizisten und RWE-Mitarbeiter. Laut eines Polizeisprechers wurden allein in den letzten zwei Wochen vor der gestrigen Aktion sieben Beamte durch Steinwürfe verletzt, einer davon schwer.

Polizisten tragen im Hambacher Forst eine Aktivistin aus dem Wald. (PA/dpa/Henning Kaiser)Groß-Einsatz der Polizei im Hambacher Forst (PA/dpa/Henning Kaiser)
"Ich glaube, den Menschen geht es hier schon darum, ein Zeichen zu setzen, Widerstand zu leisten, auch gegen die Braunkohleverstromung. Ich würde sagen, dass die meisten der Menschen hier sich als anarchistisch bezeichnen würden, deswegen versuchen wir in unseren Umweltkampf auch andere Kämpfe mit einfließen zu lassen, sei es der feministische Kampf oder der Antispe-Kampf, also die Gleichstellung aller Lebewesen auf unserem Planeten. Ich glaube aber nicht, dass hier nur Leute herkommen, die Bock haben, sich mit der Polizei zu kloppen."

NRW-Innenminister: "Es gibt eine linksextremistisch unterwanderte Szene"

Das sehen die Sicherheitsbehörden etwas anders. Sie warnten davor, dass sich mittlerweile viele gewaltbereite Linksextremisten im Wald befänden – und damit zu rechnen sei, dass noch weitaus mehr – aus dem ganzen Bundesgebiet und möglicherweise auch aus ganz Europa – anreisen.

NRW-Innenminister Herbert Reul erklärte vor Journalisten, mit wem genau es die Polizei im Forst zu tun habe:

"Es gibt diejenigen, die wirklich um des Themas wegen unterwegs sind und sich kümmern, es gibt eine linksextremistisch unterwanderte Szene und es gibt den harten Kern der Gewalttäter, der bedauerlicherweise zu groß ist."

Man müsse jetzt abwarten, wie sich die Lage weiter entwickle, aber:

"Es besteht die Gefahr, dass die Gewalttäter diesen Anlass und das berechtigte oder auch nicht berechtigte Anliegen der Umweltschützer für ihre Zwecke missbrauchen."

Zurück zum Hambacher Forst, oder genauer: nach Buir, einem Ortsteil von Kerpen, der dem Wald mit am nächsten liegt. Etwa 20 Minuten braucht man vom Bahnhof Buir zu Fuß bis in den Forst.

Andreas Büttgen empfängt mich in seinem gemütlichen Einfamilienhaus, am Ende einer ruhigen Straße. Mit seiner Bürgerinitiative "Buirer für Buir" engagiert er sich seit Jahren für den Erhalt des Waldes.

"Der Wald ist für unseren Ort ein Riesenschutz. Man muss sich vorstellen, wir gucken auf den Wald – und wenn der weg ist, gucken wir auf dieses Riesen-Loch."

Allein die Licht-Belastungen durch die riesigen Scheinwerfer im Tagebau seien kaum vorstellbar, würde der Wald sie nicht mehr dämpfen können, sagt Büttgen. Der 51-Jährige kennt viele der langjährigen Baumhaus-Bewohner persönlich.

"Diese Menschen gehen auch hier in Buir einkaufen. Hier gehen viele zum Beispiel hin zum Bauern, um sich Gemüse zu holen, Obst zu holen, an der Tankstelle werden auch mal die Zigaretten geholt."

Er habe die Wald-Besetzer immer als sehr offen, hilfsbereit und respektvoll erlebt.

"Das sind für mich Menschen, die aus einem eigenen Antrieb für sich entschieden haben: Ich steige aus, aus einem ganz normalen Leben, ich mache kein Hochschulstudium, sondern im Moment kümmere ich mich darum, dass die Zukunft gesichert ist."

Mittlerweile habe aber auch er ein wenig den Überblick verloren, sagt Andreas Büttgen.

"Tatsächlich ist das völlig undurchsichtig, wer da heute, gestern oder morgen im Wald gewesen ist oder sein wird. Wenn man zu den Haupt-Zugangswegen in den Wald geht, dann sieht man eigentlich ein permanentes Kommen und Gehen, ist so ein bisschen wie ein Ameisenhaufen. Noch viel schwieriger ist es für uns – außer für die Leute, die wir kennen – zu beurteilen: Wer ist denn mit welcher Intention da?"

Der größte Teil des Waldes ist bereits abgeholzt

Bisher haben die Besetzer Büttgen und seinen Mitbürgern in ihrem Protest aber durchaus geholfen. Seit sie 2012 in den Wald gezogen sind, sind Rodungen nicht mehr so einfach durchzuführen.

Immerhin ist der allergrößte Teil des Hambacher Waldes – rund 4900 Hektar – bereits abgeholzt und dessen Grund und Boden im Loch verschwunden, ohne dass das bundesweit für Aufsehen gesorgt hätte. Erst seit die Besetzer da sind und Baumhäuser gebaut haben, blickt die Republik auf dieses kleine verbliebene Waldstück nahe Aachen.

Für den Energieriesen RWE ist es ein Dilemma. Der Konzern sagt, er brauche die Kohle unter dem Hambacher Forst, um seine Kraftwerke weiter laufen zu lassen. RWE hat auch längst die dafür erforderlichen Genehmigungen. Die letzte politische Leit-Entscheidung zu dem Thema war 2016 gefallen – unter einer damals rot-grünen Landesregierung in NRW.

Der amtierende Ministerpräsident Armin Laschet von der CDU sieht keine Notwendigkeit, an dieser Entscheidung zu rütteln:

"Diese Planungsprozesse, Abwägungsprozesse, Beteiligungsprozesse sind jahrelange Prozesse, die aus einer Entscheidung jeweils revolvieren, nämlich der Grundsatzentscheidung, dass Braunkohle für die Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen zu 50 Prozent – alleine das, was rund um Hambach ist – benötigt wird."

Kurzum: RWE darf den Hambacher Forst roden - und nach Aussage des Energiekonzerns und der Landesregierung braucht Nordrhein-Westfalen die Braunkohle auch, um ausreichend Strom produzieren zu können. Es gebe nicht genügend Alternativen, um bald schon aus der Braunkohle auszusteigen.

Laschet: "Wir brauchen eine Antwort, wie wir Energieversorgung sichern. Wenn das mit Wind und Sonne geht und wir in der Speichertechnologie weiterkommen, kann der Zeitpunkt noch schneller sein. Ich sehe es im Moment nur nicht. Und wenn man Ministerpräsident eines Industrielandes ist, muss man denen, die da tagtäglich was produzieren, garantieren können, dass sie ihren Strom haben."

Der Tagebau Hambach schiebt sich an den Hambacher Forst. Der Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen gilt als Symbol des Widerstands gegen die Kohle. RWE will für den Braunkohleabbau mehr als 100 der verbliebenen 200 Hektar Wald abholzen. (picture alliance/Federico Gambarini/dpa)Der Tagebau Hambach schiebt sich an den Hambacher Forst. Der Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen gilt als Symbol des Widerstands gegen die Kohle. RWE will für den Braunkohleabbau mehr als 100 der verbliebenen 200 Hektar Wald abholzen. (picture alliance/Federico Gambarini/dpa)
In Berlin arbeitet zurzeit eine Kommission an Antworten zu den Fragen nach einem Braunkohleausstieg und der Energiesicherheit. Diese kurz Kohle-Kommission genannte Gruppe soll bis Ende des Jahres im Auftrag der Bundesregierung Vorschläge erarbeiten.

Mehrere teilnehmende Umweltverbände sehen durchaus die Möglichkeit, früher als – wie bisher veranschlagt – 2045 aus der Braunkohle auszusteigen.

"Gehen wir mal davon aus, dass wir bis 2030 einen Kohleausstieg gemeinsam schaffen würden, das sind zwölf Jahre ab heute. Das kann mir doch keiner sagen, dass wir nicht innerhalb von zwölf Jahren in Deutschland einen vernünftigen Strukturwandel aufbauen können."

Meint Kai Niebert vom Naturschutzbund Deutschland. Für Reiner Priggen, Vorsitzender des Landesverbandes der Erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen und ebenfalls Mitglied der Kohle-Kommission ist klar: Wer das Pariser Klimaschutzabkommen ernst nehme, müsse früher raus aus der klimaschädlichen Braunkohle. Allein die Braunkohle-Kraftwerke in NRW sorgten laut einer Studie 2014 für 10 Prozent der gesamten deutschen CO2-Emissionen.

"Wenn wir 1,5 Grad erreichen wollen, dann dürfen wir nicht mehr alle Braunkohle, die hier in der Erde liegt, rausholen und dann müssen wir die ganzen Pläne neu anpassen."

Kohle-Kommission erarbeitet Vorschläge für den Ausstieg

Ob das dann bedeutet, dass der Hambacher Forst stehen bleiben kann, wissen die Umweltverbände noch nicht. Aber genau deshalb dürften jetzt durch Abholzungen keine Fakten geschaffen werden. Nicht, bevor die Kommission nicht zu Ende getagt hat. 


Priggen: "Wie und wo sie im Einzelnen noch Kohle abbaggern können, das ist doch das, worüber man sich vernünftig unterhält und auch mit einem Minimum an Schaden."

RWE widerspricht. Selbst wenn es einen früheren Kohleausstieg geben sollte – der Hambacher Forst, er wäre verloren. Der Konzern hält unverändert an seinen Rodungs-Plänen fest. Ab Mitte Oktober soll es losgehen. Nur noch eine anhängige Klage des BUND könnte die Abholzungen stoppen. In den nächsten Wochen will das zuständige Gericht darüber entscheiden.

Die Fronten scheinen also verhärtet – Kompromisse sind nicht in Sicht. Zurück im Wald stellen sich die Besetzer deshalb auf einen besonders ungemütlichen Herbst und Winter ein.

"Man merkt, wie angespannt die Stimmung ist", sagt Momo, "es geht einfach um das letzte Stück Wald und die Leute kämpfen einfach."

Wie weit sie für diesen Kampf gehen werden, das wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen. Zu beobachten ist allerdings, wie groß und breit die Unterstützung für die Waldbesetzer ist. Allein in der letzten Wochen pilgerten zum Teil Hunderte in den Wald, um zu helfen. Unter ihnen auch das Ehepaar Willen aus Aachen, Mitte Fünfzig.

"Ich glaube, die Menschen brauchen vor allen Dingen auch moralische Unterstützung", meint Silke Willen.

Ihr Mann Jan Willen sagt: "Wir haben hier ganz viele Menschen getroffen, ganz bewundernswerte Menschen. Das sind vor allen Dingen junge Menschen, die sich um die Zukunft Sorgen machen. Ich sehe das so, dass die Politik eigentlich froh sein sollte, gerade diese Menschen in einem Land zu haben, wo es darum geht, viele Aufgaben zu lösen. Da gibt es eine unheimliche Energie, und die sollte man nutzen."

Allerdings lehnen die meisten Wald-Bewohner die Politik, ja den gesamten Staat, ab. Einer von ihnen ist Clumsy. Der 30-Jährige ist von Beginn an dabei, seit 2012 lebt er im Forst.

"Ich sehe es so, dass Staaten auch ein Teil des Problems sind. Gerade hier wird es offensichtlich, wo der Staat RWE den Rücken deckt. Mit tausenden Polizisten, die dann hierher kommen, um die Profitinteressen eines Megakonzerns durchzudrücken gegenüber den Interessen der Bevölkerung, die wir ja alle auf diesem Planeten leben wollen."

Wie weit die Aktivisten letztlich gehen werden, um für die Natur, für den Wald, aber auch gegen RWE und den Staat zu kämpfen, das wird sich wohl in den nächsten Tagen und Wochen zeigen. Anwohner Andreas Büttgen sorgt sich davor, was geschehen könne, wenn RWE den Wald tatsächlich roden lässt:

"Dann werden viele Leute aus Köln, Bonn, Aachen hierher kommen. Wir wissen, es gibt eine große Solidarität. Dann ist meine Sorge, dass diese bürgerlichen Menschen zwischen die Linien von Polizei und Waldbewohnern kommen. Dann haben wir hier – in anderer Form sicherlich – aber doch so etwas Ähnliches wie Stuttgart 21 und das möchte ich nicht erleben."

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