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Tonart | Beitrag vom 28.07.2020

"Q" wird eingestelltTod eines Musikmagazins

Robert Rotifer im Gespräch mit Martin Böttcher

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Der Rockmusiker Liam Gallagher posiert mit seinem Q Icon Award, 2017. Photo credit should read: Ian West/PA Wire URN:33342120 | (picture alliance / PA Wire / Ian West)
Die große Zeit der Gallagher-Brüder und von Oasis war auch die große Zeit des "Q Magazine". Liam Gallagher erhielt 2017 den Q Icon Award als Best Live Act. (picture alliance / PA Wire / Ian West)

Die Bemühungen, jung und zeitgemäß und divers zu sein, haben nichts genützt: Die definitiv letzte Ausgabe des britischen "Q Magazine" ist erschienen. Die Streaming-Generation holt sich ihre Infos über die Musikbranche woanders.

Eine der schon seit Jahrzehnten schwer kriselnden Branchen ist die der Musikmagazine. Für die Streaming-Generation sind gründlich recherchierte Langtexte über die Branche offenbar nicht mehr so sehr von Interesse – und dann kam Corona, das Folgen für die gesamte Printszene hat.

Das britische Musik Magazin "Q", 1986 gegründet, war eines der wichtigsten Medien für die Musikszene. Und ist nun eines der Opfer der Misere. Heute erscheint seine letzte Ausgabe – der Verlag stellt das Heft ein. Und nicht nur das: An eine Fortführung als Onlinemedium ist offenbar nicht gedacht. Mit dem Tod des Printerzeugnisses stirbt gleich die komplette Marke, zu der auch die Q-Awards für Musikerinnen und Musiker gehörten. Was Branche wie Mitarbeitende irritiert.

Selbst Schallplattenläden führen "Q" nicht mehr

Der Musikjournalist Robert Rotifer hatte bezeichnenderweise Probleme, diese letzte Ausgabe überhaupt irgendwo zu bekommen – offenbar nicht einmal traditionsreiche Schallplattenläden würden noch Print-Musikmagazine führen – "das spricht Bände", sagt Rotifer. Das Titelthema der letzten Ausgabe "Meeting People Is Easy. Adventures With Legends, 1986-2020" sei eine Art "Best-of" der zurückliegenden Jahrzehnte.

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Seine größte Strahlkraft habe "Q" während der Britpop-Phase erreicht. Anders als etwa Magazine wie "Mojo", die sich konsequent dem Retro widmeten, habe "Q" immer wieder versucht, zeitgemäß zu bleiben. Doch das habe nicht so recht funktioniert. "Vielleicht ist es sogar daran gescheitert, vermutet Rotifer. Daran, moderner, jünger und diverser sein zu wollen.

(mkn)

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