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Interview | Beitrag vom 20.07.2019

Publizist Matthias Heitmann über Humor im PolitikbetriebQuereinsteiger sind die besseren Politiker

Moderation: Ute Welty

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Robert Habeck (r), Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, empfängt im Juni 2019 Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei seinem Antrittsbesuch in Deutschland vor der Parteizentrale der Grünen.  (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld)
Erst Komiker, heute ukrainischer Präsident: Wolodymyr Selenskyj (l) mit Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen. Auch Habeck ist ein politischer Quereinsteiger. (picture alliance/dpa/Kay Nietfeld)

Was Menschen wollen, verstehen diejenigen besser, die keine politische Karriere als Berufspolitiker gemacht haben, glaubt der Publizist Matthias Heitmann. Seine Hoffnung setzt er auf politische Quereinsteiger.

Am Sonntag wird in der Ukraine ein neues Parlament gewählt. Bei 47 bis 50 Prozent liegt die Zustimmung für die Partei "Diener des Volkes". Es ist die Partei  des früheren Komikers und TV-Produzenten Wolodymyr Selenskyj, der im Mai mit fast drei Viertel der Stimmen zum Präsident der Ukraine gewählt wurde.

Der Publizist Matthias Heitmann glaubt, dass ein Komiker in heutiger Zeit gleichsam der ideale Politiker sei. Heitmann sieht die besondere Befähigung von Kabarettisten und Quereinsteigern für die Politik darin, dass sie "gelernt haben, klare Aussagen zu treffen und auch mal den Standpunkt zu wechseln".

"Politiker, die jahrelang durch die Apparate nach oben gestiegen sind", seien dazu nicht mehr in der Lage, sagte er in unserem Programm. Daher seien Quereinsteiger die besseren Politiker, "einfach weil sie in der Lage sind, eher auf Menschen einzugehen".

Politiker werden zu "Status-quo-Verwaltern"

Wer als Politiker, in den "Apparaten" aufsteige, verliere sein Profil und entwickele sich zum Status-quo-Verwalter, meinte Heitmann. Es sei "fast schon ungerecht", von solchen Menschen zu verlangen, dass sie neue Ideen entwickeln.

"Ich glaube, auch Kabarettisten können sich mit den Regeln des Demokratiebetriebs vertraut machen", sagte Heitmann. "Wichtiger ist aber, dass diese Regeln auch gelebt werden." Wer aus Denkschablonen heraustrete, könne Menschen viel besser inspirieren, interessieren und aktivieren. Daher sei Humor ein "wunderbares Mittel", um sich selbst und die Welt ernster zu nehmen.

(huc)

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