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Interview / Archiv | Beitrag vom 24.12.2009

Psychiater warnt vor Massenphänomen "Gehirndoping"

Mathias Berger: Auch ältere Menschen betroffen

Nicht nur gestresste Arbeitnehmer greifen zu leistungssteigernden Mitteln. (Stock.XCHNG / Teak Sato)
Nicht nur gestresste Arbeitnehmer greifen zu leistungssteigernden Mitteln. (Stock.XCHNG / Teak Sato)

Der Ärztliche Direktor der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg, Mathias Berger, sieht eine wachsende Gefahr, dass das sogenannte "Gehirndoping" in Deutschland zu einem Massenphänomen werden könnte.

Gerade das Internet verringere die Hürden, an leistungssteigernde Medikamente zu gelangen, sagte der Mediziner. Gefährdet seien aber nicht nur junge Menschen wie Studenten. So nehme im Alter insbesondere die sogenannte "fluide Intelligenz" ab, die beispielsweise für die Bedienung neuer technischer Geräte wie Handys wichtig ist: "Gerade die computergesteuerte Welt ist so, dass immer mehr die fluide Intelligenz von hoher Bedeutung ist und man da eben im Alter kaum mehr mithalten kann." Deshalb würden ältere Menschen mittlerweile versuchen, ihre fluide Intelligenz mit Medikamenten zu verbessern.

Bei jungen Menschen liegen die Ursachen für Gehirndoping laut Berger im ständig wachsenden Leistungsdruck. Er verwies auch auf die neuen Studiengänge: "Wenn man jetzt auf die Bachelor-Studiengänge schaut, ist es eigentlich das Gleiche. Früher hatte man vier bis fünf Jahre Zeit, um ein Studium abzuschließen, das man heute in zweieinhalb oder drei Jahren machen soll."

Sie können das vollständige Gespräch mit Mathias Berger mindestens bis zum 24.05.2010 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. MP3-Audio

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