Provenienzforschung nimmt DDR-Unrecht stärker in den Blick

Die Provenienzforschung in Thüringen wird deutlich ausgeweitet und richtet sich künftig verstärkt auf Unrechtskontexte der sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Darauf hat der Museumsverband Thüringen in Erfurt anlässlich des anstehenden Tags der Provenienzforschung am 8. April hingewiesen. Künftig sollen neben NS-Raubgut und kolonialen Beständen verstärkt auch staatliche Enteignungen zwischen 1945 und 1990 untersucht werden. Seit 2020 koordiniert der Verband sogenannte Erstchecks zur Überprüfung von Museumsbeständen. In bislang 24 Einrichtungen wurden Vorprüfungen durchgeführt, darunter 14 zu NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut sowie zehn zu kolonialen Kontexten. Mit der Erweiterung auf die Zeit nach 1945 rücke ein bislang wenig erforschtes Feld der Museumsarbeit in den Fokus.