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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 05.12.2016

Proteste von Sioux-IndianernUmstrittene Pipeline vorerst gestoppt

Von Andreas Buron

Das Protestcamp von Ureinwohnern und Umweltschützern in Standing Rock (North Dakota, USA) (picture alliance / dpa / Zuma press / Dimitrios Manis)
Das Protestcamp von Ureinwohnern und Umweltschützern in Standing Rock (North Dakota, USA) (picture alliance / dpa / Zuma press / Dimitrios Manis)

Seit Monaten protestieren Mitglieder verschiedener Stämme gegen eine Ölpipeline, die durch das Reservat der Standing Rock Sioux führt. Jetzt hat ein Ingenieur-Korps der US-Armee einen vorläufigen Baustopp verhängt.

Etappenerfolg für die Demonstranten von Standing Rock: Seit Monaten kämpfen Mitglieder diverser indigener Stämmer und Umweltschütze gegen eine Pipeline, die durch Stammesreservate führt - bislang ohne Erfolg. Jetzt haben sie einen Etappensieg errungen: Der Ingenieurkorps der US-Armee verfügte einen vorläufigen Baustopp an einer bestimmten Stelle der Leitung.

Die Nachricht löste bei den Natives vom Sioux-Stamm Standing Rock Begeisterung aus, der Betreiberkonzern und führende Republikaner verurteilten die Entscheidung.

Das Pipelineprojekt der Firma Energy Transfer Partners führt durch vier Bundesstaaten und kostet rund 3,5 Milliarden Euro. An der Firma hat auch der künftige US-Präsident Donald Trump Anteile.

Die Pipeline führt durch Stammesgebiete der Standing Rock Sioux. Die Einwohner befürchten, dass bei einem Leck ihre Trinkwasserreservoirs vergiftet werden könnten. Außerdem durchquert die Pipeline heilige Stätten der Ureinwohner.

Überraschende Wendung

Deshalb behindern seit Monaten Hunderte Protestler den Weiterbau der Pipeline. Die Polizei ging mit ziemlicher Härte gegen die friedlichen Demonstranten vor und setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Die Protestler erhalten prominente Unterstützung von Musikern wie Neil Young oder Schauspieler Mark Ruffalo.

Mit der vorläufigen Verweigerung einer Baulizenz nimmt das Drama um die Dakota Access Pipeline nun eine überraschende Wendung.

Grund für ihre Entscheidung sei die Notwendigkeit, "alternative Routen" für den Verlauf der Leitung auszuloten, sagte die bei der Armee für zivile Angelegenheiten zuständige Staatssekretärin Jo-Ellen Darcy. Im Vorfeld hatte die Betreiberfirma Energy Transfer allerdings klar gemacht, dass es keine andere Routenführung wolle. Auch der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, zeigte sich erbost über die verweigerte Baulizenz.

 

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