Proteste gegen die mögliche Abschaffung des Kulturpasses reißen nicht ab

    Aufkleber mit dem Logo vom «KulturPass» sind bei der Vorstellung des Passes zu sehen. Mit dem KulturPass erhalten junge Menschen, die 2023 ihren 18. Geburtstag feiern, ein Budget von 200 €, das sie für kulturelle Angebote verwenden können.
    Mit dem KulturPass erhalten junge Menschen zum 18. Geburtstag ein Budget von 100 Euro für kulturelle Angebote. © picture alliance / dpa / Jörg Carstensen
    Der Kulturpass für junge Menschen könnte nach nur zwei Jahren wieder auslaufen. Doch der Druck auf die Bundesregierung wächst. Die Geschäftsführerin der Stiftung Lesen in Mainz, Sabine Uehlein, sprach gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) von einem "falschen Signal". Es müsse im Gegenteil mehr in Kinder, Jugend und Bildung investiert werden. Als "Armutszeugnis" bezeichnete der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die mögliche Abschaffung des Kulturpasses. Er habe sich als "erfolgreiches Angebot" erwiesen, junge Menschen niedrigschwellig an Kultur heranzuführen, sagte die Vorsteherin des Börsenvereins, Karin Schmidt-Friderichs der KNA. Die Politik müsse der immer schlechteren Bildungssituation entgegenwirken. In der letzten Pisa-Studie liege Deutschland bei der Lesekompetenz hinter Dänemark. Dort hatte die Regierung im August angekündigt, die Mehrwertsteuer auf Bücher abzuschaffen und einer sogenannten Lesekrise entgegenzuwirken. Der Bundesrechnungshof hat die Finanzierung des Kulturpasses aus verfassungsrechtlichen Gründen in Frage gestellt. Kulturstaatsminister Weimer sieht daher kaum keine Chance für eine Weiterführung. Seit 2023 gibt es den vom Bund finanzierten Kulturpass, zunächst mit einem Guthaben von 200 Euro, später dann mit 100 Euro. Damit können Jugendliche, die 18 Jahre alt werden, Konzerte, Museen und Theater besuchen oder sich Bücher, Platten, CDs sowie Musikinstrumente kaufen.