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Fazit | Beitrag vom 14.08.2020

Projekt "Europaküche" vom Goethe-InstitutAm Küchentisch über Europa streiten

Priya Basil im Gespräch mit Johannes Nichelmann

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Ein gedeckter Tisch aus Holz in einer hellen, gemütlichen Küche. ( Stanislav Kondratiev / Unsplash)
Das angeschlagene Europa als Idee einer gemeinsamen Identität wiederzubeleben, ist das Ziel des Projekts "Europaküche". ( Stanislav Kondratiev / Unsplash)

Europa hatte schon mal mehr Fans. Die Autorin Priya Basil will die europäische Idee nicht aufgeben und lädt, mit dem Goethe-Institut, Künstler und Künstlerinnen zu "Küchengesprächen" ein: Denn wo lässt sich besser diskutieren als am Küchentisch?

Die Attraktivität der europäischen Idee und ihrer Werte hat bei vielen Menschen aus unterschiedlichen Gründen in den vergangenen Jahren stark nachgelassen. Das Goethe-Institut startet nun das Projekt "Europaküche", das mit Sondermitteln des Auswärtigen Amts gefördert wird. Darin sollen europäische Künstlerinnen und Künstler am Küchentisch über Europa reden und was die Idee Europa für sie bedeutet. Diese Diskussionen an verschiedenen Standorten wird man online verfolgen und auch an lokalen Open-Calls teilnehmen können.

Das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärken

Die britische Schriftstellerin Priya Basil ist Kuratorin des Projekts und moderiert am 15. August das erste Küchengespräch, das in Kopenhagen stattfinden wird. Zu Gast wird die portugiesische Schriftstellerin und Performancekünstlerin Patrícia Portela sein.

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Basil sagt, sie nehme den Europafrust auch in ihrer eigenen Umgebung ein bisschen wahr. "Diese Pandemiezeit hat unser Gefühl für Europa etwas geändert. Aber deswegen ist es umso dringender, unser Gefühl für Europa und unseren Glauben in unsere Zusammengehörigkeit neu zu beleben. Was passiert, wenn wir Europa aus der Küche sehen, was erleben wir, wenn das Essen und die Kunst zusammenkommen?" Die Küche werde dadurch zu einer Art Laboratorium.

Die Küche als Ort lockeren Zusammenseins

Gleichzeitig gehe es in einer Küche immer etwas lockerer zu. Deswegen sei sie ein guter Ort, um über Europa zu sprechen. "Es gibt Essen, es gibt eine andere Art des Austausches, und das ist wichtig, weil wir in Europa keinen offiziellen Anlass haben, wo wir als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zusammenkommen und uns austauschen können. Unsere Gemeinschaft ist zu sehr von der Wirtschaft geprägt, und wir brauchen andere Möglichkeiten, um unsere Zusammengehörigkeit besser zu üben und auch zu genießen."

Das gelte besonders in dieser Zeit, in der das Zusammenkommen und das Reisen so schwierig geworden sei. Die Eindrücke und Erkenntnisse dieser Gespräche sollen auf verschiedene Art und Weise auf der Website gezeigt werden: Videos von den Veranstaltungen genauso wie Rezepte zum Nachkochen und Texte von Bloggern, die an den Abenden teilnehmen werden. Auch ein Teil der Werke der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler soll online vorgestellt und zugänglich gemacht werden.

(rja)

Termine und Orte der "Europaküche":

15. August: Kopenhagen – Patrícia Portela
September (Genauer Termin wird noch bekannt gegeben.): Wien - Jasmina Metwaly
25.-27. September: Tallinn - Kateřina Šedá
4. Oktober: Wrocław – Priya Basil
8.-10. Oktober: Chania – Mischa Leinkauf
16.-18. Oktober: Glasgow und Huntly – Jeannette Ehlers
24./25. Oktober: Palermo - Géraldine Schwarz
November (Genauer Termin wird noch bekannt gegeben.): Ljubljana – Marinella Senatore
14./15. November: Marseille – Ivana Sajko
21./22. November: Madrid – Arpad Dobriban
4. Dezember: München – Johny Pitts 

Am 5. Dezember findet in den Münchner Kammerspielen die Abschlussveranstaltung statt.

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