Seit 09:05 Uhr Kakadu
Sonntag, 25.07.2021
 
Seit 09:05 Uhr Kakadu
Tagesprogramm Sonntag, 20. Mai 2012
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Literatur

Wenn erst der Abend kommt
Gottfried Benn und der deutsche Schlager
Von Helmut Böttiger

Der Dichter von "Morgue", "Trunkene Flut" und "Destillation" feierte in seinen späten Gedichten den Reim. Die Collage macht den Benn-Sound hörbar.

Dass Gottfried Benns Gedichte spätestens nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs oft wie Schlager, wie wahre Gassenhauer klingen, ist schon des Öfteren festgestellt worden. Alles reimt sich, alles löst sich in schönen, melancholisch verhangenen Harmonien auf, die Strophen sind ebenmäßig geformt und gehorchen einem eingängigen Rhythmus. Blumen und Pflanzen leisten immer wieder gute Dienste zur Seinsvergewisserung. Die Anemone kommt vor und einmal auch die Eberesche, am meisten hat es Benn allerdings die Rose angetan, und man kann sich das durchaus auch in einer anderen Form als der reiner Lyrik vorstellen, gesungen zum Beispiel von der dunklen Stimme Zarah Leanders. Zur selben Zeit, als Rudi Schuricke mit seinem Lied von den „Capri-Fischern“ Furore macht, beschwört Benn auf fast dieselbe Weise die „Latinität“. Da liegt etwas in der Luft. Benn ergreift es, und er ist damit seiner Zeit in gewisser Weise auch voraus. Er versetzt seine Sprache häufig mit Alltagsslang, mit Anspielungen an die Populärkultur; er hat einen schnoddrigen, coolen Gestus. Der Benn-Sound spielt mit Elementen des Pop, bevor es einen Begriff dafür gibt. Als Sohn eines protestantischen Landpfarrers geboren, neigt er nicht zu großen Gefühlen. Aber da er sie trotz allem ständig in sich spürt, hebelt er sie durch eine zwischen Zynismus und abgründiger Weisheit ständig changierende Artistik immer wieder aus. Dass er mitsamt den allermeisten Deutschen gerade einen wahnsinnigen Blut- und Boden-Rausch als Nationalsozialist initiiert hat, schwingt im Untergrund zwangsläufig mit: „Wenn erst die Rosen verrinnen / Vom Baume oder vom Strauch / Und das Entblättern beginnen / Fallen die Tränen auch.“

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

2254

Nachtgespräche am Telefon
0 08 00.22 54 22 54
Fußballspiele – Volksfest oder Sicherheitsrisiko?
Moderation: Justin Westhoff

02:00 Uhr

Nachrichten

02:05 Uhr

Tonart

Lounge
Moderation: Jürgen Liebing

03:00 Nachrichten

04:00 Uhr

Nachrichten

04:05 Uhr

Tonart

Lounge
Moderation: Jürgen Liebing

05:00 Nachrichten

05:55 Kalenderblatt

Vor 150 Jahren: US-Präsident Abraham Lincoln unterzeichnet den Homestead Act zur Besiedelung des amerikanischen Westens

06:00 Uhr

Nachrichten

06:05 Uhr

Sonntagsmotette

Orlando di Lasso
”Domine, exaudi orationem meam, et clamor”
Bußpsalm zu 5 Stimmen a cappella, Nr. 5

Collegium Vocale Gent
Leitung: Philippe Herreweghe

Paul Hofhaimer
Recordare
Hymnus für Orgel

David Blunden, Orgel

Johann Sebastian Bach
“Sie werden euch in den Bann tun“
Kantate für Soli, Chor und Orchester BWV 44

Arleen Augér, Sopran
Helen Watts, Alt
Aldo Baldin, Tenor
Wolfgang Schöne, Bass
Gächinger Kantorei Stuttgart
Bach-Collegium Stuttgart
Leitung: Helmuth Rilling

06:56 Uhr

Wort zum Tage

Die Christengemeinschaft

07:00 Uhr

Nachrichten

07:05 Uhr

Feiertag - Kirchensendung

(Aus-) Zeit der Orden?
Von Ralf Birkner
Katholische Kirche

Was bedeutet die zunehmende Auflösung von Klöstern und Ordenshäusern für die geistige, kulturelle und spirituelle Zukunft unseres Landes? Was kann und muss weiterleben, welche Formen wird es dafür geben? Diese Sendung versucht, eine bedrückende Wirklichkeit aufzuzeigen und geht auf die Suche nach Hoffnungszeichen und Zukunftsspuren.

07:30 Uhr

Kakadu für Frühaufsteher

Wochenrückblick
Moderation: Ulrike Jährling

08:00 Uhr

Nachrichten

08:05 Uhr

Aus den Archiven

Klassik-Pop-et cetera
Mit Dieter Hallervorden und Heinz Schenk
DLF 1981/1988
Vorgestellt von Olaf Kosert

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Radiofeuilleton - Kino und Film

09:05 Thema

09:20 Filmmusik

09:30 Kulturnachrichten

09:33 Buchkritik

09:37 Filmtipps

09:40 Filmmusik

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Radiofeuilleton

10:05 Thema

10:15 Sonntagsrätsel

10:45 Radiofeuilleton - Musik

10:55 Kalenderblatt

Vor 150 Jahren: US-Präsident Abraham Lincoln unterzeichnet den Homestead Act zur Besiedelung des amerikanischen Westens

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Radiofeuilleton - Wissenschaft und Technik

11:05 Thema

11:15 Radiofeuilleton - Musik

11:30 Kulturnachrichten

11:33 Buchkritik

11:40 Radiofeuilleton - Musik

11:50 Mahlzeit

Udo Pollmer, Ernährungsexperte

11:59 Freiheitsglocke

12:00 Uhr

Nachrichten

12:05 Uhr

Ortszeit

Themen des Tages

12:30 Uhr

Lesart

Das politische Buchmagazin

13:00 Uhr

Nachrichten

13:05 Uhr

Die Reportage

13:30 Uhr

Neonlicht

Das Großstadtmagazin

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Kakadu

Hörspieltag für Kinder
Gespensterlied (2/2)
Von Gabriele Neumann
Nach dem Roman von Wieland Freund
Ab 8 Jahre
Regie: Götz Naleppa
Komposition: Frieder Butzmann
Mit: Joshua Thiemann, Odi Zahavi, Otto Mellies, Götz Schulte, Martin Seifert, Christian Gaul, Lars Rudolph, Max Volker Martens u. a.
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2006
Länge: 52’22
Moderation: Ulrike Jährling

Gottfried und Malte sind dem Fluch, der auf Gottfrieds Familie lastet, auf die Spur gekommen. Baldanders, ein guter Geist, hat ihnen einen Stuhl geschenkt und sie vor Feldeisen, dem Friedhofswärter, gewarnt. Der Stuhl funktioniert wie eine Zeitmaschine, mit der die beiden in die Vergangenheit reisen können. Sie wollen zum Anfang des Fluches zurück und ihn ungeschehen machen. Sie reisen ins Weimar der Goethezeit, treffen im Schwarzwald den Erfinder ihrer Zeitmaschine und landen schließlich in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges in Magdeburg. Und immer, wenn einer der Jungen aufgeben will, hat der andere einen rettenden Einfall.

Gabriele Neumann, geboren 1951 in Hamburg, lebt als freie Autorin in Berlin.

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Interpretationen

"Recht originell und für gute Geiger"
Das Violinkonzert von Antonin Dvořák
Moderation: Mascha Drost

16:00 Nachrichten

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Ortszeit

Themen des Tages mit Sport

17:30 Uhr

Nachspiel

Im Rausch der Erschöpfung
Extremathleten suchen ihre Grenzen
Von Günter Herkel

Ein klassischer Marathon reizt sie längst nicht mehr. Extremsportler suchen andere Herausforderungen: den 100-Kilometer-Lauf, den 166 km langen Ultra Trail rund um das Mont-Blanc-Massiv oder gar das Vier-Wüsten-Rennen – vier mal 250 Kilometer in jeweils sechs Tagesetappen durch die Wüste Gobi, die Sahara, die Atacama-Wüste und die Antarktis. Ironman? Extremsportler wählen gleich den Ultraman: zehn Kilometer Schwimmen, 540 Kilometer auf dem Rad, zum Abschluss ein doppelter Marathon. Deutschland ist die Hochburg solcher Extremsportler. Die 1985 gegründete Deutsche Ultramarathon-Vereinigung gilt als weltweit größte Organisation ihrer Art. Eines ihrer aktuell wichtigsten Ziele ist die Etablierung einer offiziellen Deutschen Meisterschaft im 24-Stunden-Lauf. Was sind das für Menschen, die sich immer wieder – gelegentlich geradezu zwanghaft - bis zur äußersten körperlichen Erschöpfung quälen? Was treibt sie an? Wie weit gehen sie, um die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit zu erkunden?

18:00 Uhr

Nachrichten

18:05 Uhr

Fundstücke

"Cow Cow Boogie" . Die großstädtischen Swingmusiker und ihr Blick aufs Landleben
Moderation: DJ Swingin' Swanee

18:30 Uhr

Hörspiel

Von der Schwierigkeit, auf die richtige Art lebendig zu sein
Von Anne Dorn
Regie: Rainer Clute
Mit: Hannelore Hoger, Wolfgang Condrus, Nina Herting, Walter Gontermann u.a.
Ton: Klaus Krüger
Produktion: RIAS Berlin/SWF 1985
Länge: 88'22
(Wiederholung vom 11.03.1985)

Von schwerer Krankheit gezeichnet, flieht die Frau aus der Obhut der Ärzte und der Familie in ein einsames Haus im Wald, beargwöhnt von den Dorfbewohnern.

Es ist die zum Teil autobiografische Schilderung einer Frau in einer Grenzsituation. Nach schwerer Krankheit flüchtet sie aus der ärztlichen Obhut, aus der erdrückenden Fürsorge der Familie und zieht sich in ein einsames Haus im Wald zurück, beargwöhnt von den Dörflern der Umgebung. Das Hörspiel lebt von den Gefühlen und Gedanken der Frau, von der Stille des Hauses und der sie umgebenden Natur. Die Szenen wurden größtenteils in Außenaufnahmen aufgezeichnet, einige in Kunstkopf-Stereofonie.

Anne Dorn, 1925 in Wachau/Sachsen geboren, Schriftstellerin. Lebt in Köln. Zuletzt: "Spiegelungen" (Roman 2010) und "Wetterleuchten" (Gedichte 2011).

20:00 Uhr

Nachrichten

20:03 Uhr

Konzert

Schlüterhof Berlin – Deutsches Historisches Museum
Aufzeichnung vom 19.5.12

Antonn Dvořák
Serenade für Bläser d-Moll op. 44

Franz Schubert
Rondo für Violine und Streicher A-Dur

ca. 20.50 Konzertpause mit Nachrichten

Josef Suk
Serenade für Streichorchester Es-Dur op. 6

Alina Ibragimova, Violine
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Marek Janowski

22:00 Uhr

Musikfeuilleton

"Der Karl Marx in der Musik – bin ich nicht"
Michael Dasche im Gespräch mit der Hanns-Eisler-Biografin Friederike Wißmann

22:30 Uhr

Ortszeit

Themen des Tages mit Sport

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Fazit

Kultur vom Tage

Mai 2012
MO DI MI DO FR SA SO
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