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Tonart | Beitrag vom 09.04.2021

Prince-Album "Welcome 2 America"Ein Musiker mit politischem Weitblick

Martin Risel im Gespräch mit Carsten Beyer

Prince ist auf der Bühne, eingetaucht in rotem und blauen Licht, in Nebelschwaden zu sehen. Er hat keinen Boden unter den Füßen.  (imago / IFTN / United Archives)
Prince auf einem Szenenfoto aus dem Film "Sign 'O' The Times" von 1987. "Welcome 2 America" könnte ein besonderes Album werden, vermutet Kritiker Martin Risel. (imago / IFTN / United Archives)

Fake News und "Black Lives Matter": Bereits vor mehr als zehn Jahren erkannte Prince die Zeichen der heutigen Zeit. Den Beweis dafür liefert das nun erschienene Album "Welcome 2 America" des vor fünf Jahren verstorbene Musikers.

Am 21. April jährt sich der Todestag von Prince zum fünften Mal. Knapp zwei Wochen vorher elektrisiert eine Nachricht die Musikwelt: Demnächst soll posthum ein komplettes Album des musikalischen Genies aus Minneapolis erscheinen. 

Songs mit Botschaft

"Welcome 2 America" hat Prince 2010 aufgenommen und dann in seinen riesigen Archiven verschwinden lassen. Der Titelsong ist heute vorab erschienen. Darin werden die USA als "Land der Freien", aber auch als "Heimat der Sklaven" bezeichnet. Er sei funky und jazzig und lasse musikalisch auf ein tolles Album hoffen, meint der Musikkritiker Martin Risel.

Bis auf den Titelsong war das Album noch nicht zu hören. Insgesamt sind zwölf Songs auf "Welcome 2 America", darunter solche mit Titeln wie "Son of a Slave Master" oder "Stand Up and Be Strong" oder "One Day We All Will Be Free".Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter

Das alles klinge nach Botschaften und nach Empowerment, sagt Prince-Experte Risel. Die Plattenfirma gebe zudem an, das Album zeige die Sorgen, Hoffnungen und Visionen des Musikers angesichts einer sich wandelnden Gesellschaft. Und weiter: Prinz habe eine Ära der politischen Spaltung, Falschinformationen und einen erneuten Kampf gegen Rassismus beschrieben.

Prophetische Beschreibungen

"Da kann man natürlich meinen, Prince hat mal wieder, wie bei seinem Klassiker 'Sign 'O' The Times', die Zeichen der Zeiten vorausgesehen", sagt Risel: "Fake News, Black Lives Matter, …"

Wenn die Ankündigungen und das, was die Titel andeuten, sich bestätigten, habe das Album daher fast schon eine Sonderstellung im Werk des Künstlers, meint Risel. Im bisherigen Opus gebe es "wenige politische Songs und schon gar kein vollkommen politisches Album".

Produktion in einer Phase der Erneuerung

Bei der Suche nach den Gründen, warum "Welcome 2 America" nicht schon 2010 erschien, verweist Risel darauf, dass Prince sich damals in einer Phase der Erneuerung befunden und mit der Plattenfirma im Clinch gelegen habe. "Vielleicht hat er für dieses Werk, das nach seiner Ansicht wahrscheinlich ziemlich wichtig war, nicht den richtigen Vertriebskanal gefunden. Dann ist es in seinem riesigen Archiv verschwunden."

(mfu) 

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