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Fazit / Archiv | Beitrag vom 09.05.2014

Preisbindung könnte fallenFreihandelsabkommen bedroht Buchhandlungen

Akademie der Künste sorgt sich um den Schutz von Kunst und Kultur

Moderation: Vladimir Balzer

Das Foto zeigt Bücher auf einem Ramschtisch.  (dpa/Robert B. Fishman)
Kulturgut Buch: Die Buchpreisbindung ist durch das Freihandelsabkommen in Gefahr. (dpa/Robert B. Fishman)

Diskussionsstoff - auch für die Kunst- und Kulturszene - liefern derzeit die zwischen EU und USA geführten Verhandlungen über eine Freihandelszone. Worum geht es? Was wären die Folgen? Darüber haben wir mit dem Präsidenten der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck, gesprochen.

Bereits im vergangenen November haben die Mitglieder der Berliner Akademie der Wissenschaften an die Bundesregierung appelliert, die errungenen Strukturen zum Schutz von Kunst und Kultur nicht leichtfertig zu opfern.

Das betrifft etwa die Buchpreisbindung. Denn die könnte fallen, wenn sie nicht aus den Verhandlungen über ein transatlantisches Freihandelsabkommen herausgenommen wird. Im Interview mit Deutschlandradio Kultur begrüßte Akademie-Präsident Klaus Staeck in diesem Zusammenhang die Haltung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der sich für den Schutz der "kulturellen Vielfalt" einsetze.

Staeck erläuterte, inwiefern sich US-amerikanische Kulturpolitik von bundesdeutscher unterscheidet:

"Das amerikanische Modell unterscheidet sich doch sehr von unserem kulturellen Modell. Das gilt vor allen Dingen auch für die audiovisuellen Medien, das gilt fürs Urheberrecht. Das amerikanische Urheberrecht ist ein ganz anderes Recht – mit Schwerpunkt auf den Verwerterinteressen, nicht der unmittelbaren Urheber. Zum Beispiel da ist eine ganz große Diskrepanz."

Weiter sagte er:

"Nennen Sie mir doch mal eine mittelständische Stadt, die noch 'ne Buchhandlung hat? Amazon beherrscht fast den ganzen Markt, will das auch in Europa tun."

Die amerikanische Abneigung gegen die europäische Filmförderung kommentierte er so:

"Filmförderung – Amerika ist ein riesiges Land. Da rentiert sich ein Film in einer Sprache. Wenn Sie von Europas Vielfalt reden und dabei bleiben wollen, dann haben Sie aber viele, viele Sprachen, wo schon von vornherein es sich nicht lohnt, eine Film auf den großen Markt zu bringen." 

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