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Fazit | Beitrag vom 20.11.2020

Präsident des Deutschen BühnenvereinsTheater sollen mehr als nur unterhaltsam sein

Ulrich Khuon im Gespräch mit Johannes Nichelmann

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Ulrich Khuon guckt ernst in die Kamera. (imago images / Reiner Zensen)
Verlässt den ehrenamtlichen Posten als Präsident des Deutschen Bühnenvereins: Ulrich Khuon (imago images / Reiner Zensen)

Nach vier Jahren endet die Amtszeit von Ulrich Khuon als Präsident des Deutschen Bühnenvereins. Er habe versucht, das Theater zu wichtigen Fragen zu positionieren, sagt Khuon: Rechtspopulismus, sexuelle Übergriffe oder Geschlechtergerechtigkeit.

Das wichtigste Thema seiner Amtszeit als Präsident des Deutschen Bühnenvereins sei der Rechtspopulismus gewesen, sagt der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon. Die AfD würde die Kultur ins Zentrum ihrer Theorie stellen: "diese Heimatkultur, diese gefühlte Einheit, dieses Deutschsein, das Völkische".

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Es sei eine Partei, die kulturell argumentiere. Die Kultureinrichtungen müssten darauf reagieren, so Khuon: "Da haben die Theater eine große Aufgabe gehabt, über diese Auslegung von Kultur nicht nur nachzudenken, sondern eine Haltung zu beziehen."

Sprachlosigkeit ist eine Aufgabe

Andererseits gelte es, sich denen zu öffnen, die nicht "Hardcore-AfDler" sind. Es gebe viele, die sich von den Eliten nicht mehr beachtet fühlen. "Dieser Sprachlosigkeit im Land, der Aggressivität, der Gereiztheit, die hier herrscht, in den Theatern nachzugehen, das ist eine sehr große Aufgabe der letzten Jahre gewesen", sagt Khuon.

Wichtig sei es auch gewesen, eine Anlaufstelle für von sexuellen Übergriffen Betroffene zu etablieren, auch wenn die Vertrauensstelle Themis außerhalb der Theater geschaffen wurde. Außerdem sei Geschlechtergerechtigkeit ein Thema gewesen, so Khuon - "auch in unserer eigenen Struktur". So sei der Bühnenverein inzwischen paritätisch besetzt.

Theater sind wie Kirchen

Und dann kam Corona. Für Khuon sei es vor allem eine Aufgabe, "mit dem Virus zu leben und öffentliche Orte auch immer wieder zu etablieren". Dabei sollten Theater nicht unbedingt im Kontext anderer Unterhaltungseinrichtungen gedacht werden, sondern eher mit Schulen, Hochschulen und Kirchen: "Obwohl wir natürlich auch unterhaltsam sein wollen und sollen. Aber wir sind auch noch mehr."

(beb)

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