Postkarten trugen laut Forschung zum Rassismus gegen Roma bei

    Das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma in Berlin: Auf einem schwarzen Dreieck in einer runden Wasserfläche liegt eine orangefarbene Blume.
    Wissenschaftlerinnen werten Ansichtskarten mit Bildern von Sinti und Roma aus, um herausarbeiten, welche rassistischen Zuschreibungen in den Darstellungen stecken. © picture alliance / Bildagentur-online / Schoening
    19.12.2021
    Das Medium Postkarte hat einer Forscherin zufolge zur Verbreitung rassistischer Vorurteile gegen Roma und Sinti beigetragen. Ansichtskarten seien vor rund 100 Jahren ein sehr beliebtes und millionenfach genutztes Mittel der Kommunikation gewesen, sagte die Fotohistorikerin Helena Weber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Darstellungen auf den Karten wirkten immer noch fort. Wenn heute jemand eine Angehörige von Roma oder Sinti beschreiben müsste, "wäre sie wahrscheinlich eine Wahrsagerin, die barfuß um ein Lagerfeuer tanzt", so Weber. "Dieses Bild existiert bis heute und es ist definitiv durch ein solches Massenmedium mit manifestiert worden." Seit Januar werten Weber und weitere Wissenschaftlerinnen Ansichtskarten aus. Mehr als 3.500 Postkarten und rund 1.500 Druckgrafiken umfasst das Material, das sie im Rahmen des Projekts "DigiRom" digitalisieren. Zudem wollen sie herausarbeiten, welche rassistischen Zuschreibungen in den Darstellungen stecken. Das Projekt wird vom Bundesbildungsministerium gefördert und läuft noch ein weiteres Jahr.