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Album der Woche / Archiv | Beitrag vom 13.09.2010

Pop: Mavis Staples "You Are Not Alone"

Seit mehr als sechs Jahrzehnten steht die Gospel-, Soul- und Blues-Sängerin Mavis Staples auf der Bühne. In den 60er-Jahren gehörte sie mit den (von ihrem Vater Pops gegründeten) Staple Singers zu den wichtigen Stimmen der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. 1969 gab Mavis Staples ihr Solo-Debüt. Sie arbeitete mit unterschiedlichen Musikern wie zum Beispiel Bob Dylan und Prince. Selbst jüngere Hip-Hop-Größen samplen ihre Songs. Mitte der 90er-Jahre kehrte Mavis Staples zu ihren Gospel-Wurzeln zurück. Auch ihr neues Werk "You are not alone" steht ganz im Zeichen des Gospel – in enger Verwandtschaft mit Blues und Folk und der Liebe zur Stadt Chicago.

Es ist die Größe dieser Stimme, die das Album zu einem Erlebnis macht. Selbst wer der Gospelmusik nicht besonders nahe steht, wird sich dem tiefen und tiefsinnigen Gesang von Mavis Staples schwer entziehen können. Die Kraft, Leidenschaft und Wärme der 71-jährigen Sängerin strahlt aus jedem einzelnen Song. Kämpferisch und aufwühlend klingt sie, dann wieder tröstend und versöhnlich. Blues, Soul, sogar etwas Country und Folk: Dieser Gospel hat viele feine, überraschende Facetten – und mit Jeff Tweedy hat Mavis Staples einen Produzenten gefunden, der mit sensiblen Arrangements den roten Teppich vor dieser Stimme ausrollt.
(Olga Hochweis)

Mavis Staples ist mehr als nur eine Sängerin - sie ist ein Stück Geschichte der USA in musikalischer Form. Und jedes mal, wenn sie ins Studio geht, dann fließen die Ereignisse ihres Lebens in ihre Songs ein - Martin Luther King, die Bürgerrechtsbewegung, der Rassenhass im Süden der USA … Sie hat scheinbar alles erlebt und ist dabei von einem Optimismus geprägt, der seines gleichen sucht. Natürlich erfindet sie sich auf ihrem Album "You are not alone" nicht neu - wozu auch nach einer über sechs Dekaden umspannenden Karriere. Doch Produzent Jeff Tweedy (er könnte ihr Sohn sein), hat genug Erfahrungen im alternativen Country, Blues und Folk gemacht, um die immer noch ungestüme Kraft der 71-jährigen Sängerin vorsichtig in neue akustische Formen neu zu fassen. Das Ergebnis klingt dabei nicht wie ein weises Alterswerk, sondern wie eine Lehrstunde an all die Nu Folk-Epigonen der letzten Jahre.
(Thorsten Bednarz)

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