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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 19.05.2014

Pop & KunstDas Pop-Chamäleon im Museum

Ausstellung "David Bowie" im Martin-Gropius-Bau

Das Plakat zur Ausstellung «David Bowie» hängt am 18.05.2014 im Vestibül des Martin-Gropius-Bau in Berlin hinter einer Fahrrad-Installation des chinesischen Künstlers Ai Weiwei.  (dpa/ picture alliance / Soeren Stache)
Das Plakat zur Ausstellung "David Bowie"» hängt hinter einer Fahrrad-Installation des chinesischen Künstlers Ai Weiwei. (dpa/ picture alliance / Soeren Stache)

Er ist enorm erfolgreich und extrem wandlungsfähig: Wie kaum ein anderer verbindet David Bowie Pop mit Kunst. Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist nun eine Ausstellung mit Werken Bowies, unbekannten Fotografien, Kostümen und Collagen zu sehen.

Berlin ist ein wichtiger Bezugspunkt in David Bowies Schaffen: Von 1976 bis 1978 lebte er im damaligen Westberliner Stadtteil Schöneberg, war beinahe pleite und versuchte von seiner Kokainsucht loszukommen. Zugleich inspirierte ihn die besondere Atmosphäre in der Mauerstadt, die Ambivalenz von künstlerischer Freiheit und dem Gefühl des Eingeschlossenseins. Hier entstanden die Alben "Low", "Lodger" und "Heroes" in den legendären Hansa-Studios mit Blick auf die Berliner Mauer.

Dass Berlin für ihn eine prägende Rolle gespielt hat, machte Bowie 2013 noch einmal deutlich, als er nach zehnjährige Plattenpause mit der Single "Where are we now?" leicht melancholisch an seine Schöneberger Zeit erinnerte, vor allem im gleichnamigen Video.

Bowie und der deutsche Expressionismus

Im Martin-Gropius-Bau zeigt nun die einfach schlicht "David Bowie" betitelte Ausstellung den Werdegang des David Robert Jones zum Weltstar und Pop-Chamäleon David Bowie. Gezeigt werden Bühnenkostüme, Entwürfe für Plattencover, Ausschnitte aus Filmen und Livekonzerten, Fotografien von Künstlern wie Helmut Newton und Herb Ritts, aber auch Bilder von Bowie. Bowie selbst stellte Materialien aus seinem persönlichen Besitz wie Songtexte, Wortcollagen, Zeichnungen, Tagebucheinträge und Storyboards, aber auch eine Akustik-Gitarre aus seiner "Ziggy Stardust"-Ära.

Wie hier im vergangenen Jahr jetzt wieder das Bowies "Ziggy Stardust"-Bühnenkostüm im Londoner Victoria and Albert Museum zu sehen. (picture alliance / dpa Foto: Andy Rain)Wie hier im vergangenen Jahr jetzt wieder das Bowies "Ziggy Stardust"-Bühnenkostüm im Londoner Victoria and Albert Museum zu sehen. (picture alliance / dpa Foto: Andy Rain)

Die Ausstellung wurde bereits im letzten Jahr im Londoner Victoria and Albert Museum gezeigt und löste einen regelrechten Bowie-Hype aus. Die Berliner Ausstellung wurde noch einmal um 60 Exponate erweitert, die Bowies Berliner Zeit darlegen, u.a. ein Briefwechsel mit Marlene Dietrich, mit der Bowie 1978 den Film "Schöner Gigolo, armer Gigolo" drehte. Das Brücke-Museum, Bowies Lieblingsort in der Stadt, entlieh zwei Gemälde des Expressionisten Erich Heckel, die das Cover des Albums "Heroes" beeinflussten.

Der deutsche Expressionismus war auch mit ein Grund, warum er überhaupt nach Berlin gekommen ist,. "Man sieht die Einflüsse des deutschen Expressionsimus auf Bowies Werk ganz deutlich", erklärte Heidemann.

abu

Die Ausstellung David Bowie wird heute von Außenminister Frank-Walter Steinmeier eröffnet und ist bis zum 10. August im Martin Gropius Bau Berlin zu sehen.

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