Pop-Art-Kunsthändler und Warhol-Freund Bruno Bischofberger gestorben

Der Kunsthändler Bruno Bischofberger hat bedeutende amerikanische Künstler nach Europa gebracht. Am Wochenende ist er im Alter von 86 Jahren gestorben. Das gab seine Galerie auf Instagram bekannt. Die Züricher Institution gilt bis heute als eine der bedeutendsten Einrichtungen des europäischen Kunstmarktes. Bischofberger vertrat zum Beispiel den Neoexpressionisten Julian Schnabel, aber auch Schweizer Größen wie Jean Tinguely. In den frühen 1980er Jahren brachte er den jungen Graffitikünstler Jean-Michel Basquiat und Pop-Art-Pionier Andy Warhol zusammen. Zu letzterem pflegte der Kunsthändler eine enge Freundschaft. Außerdem erkannte er als einer der Ersten das kommerzielle Potenzial der berühmten Auftragsporträts von Warhol. Auch von Bischofberger selbst existiert ein solches Porträt, mit dem seine Galerie nun die Todesanzeige bebilderte. Der Sammler besaß über die Malerei hinaus eine große Kollektion von Fotografie und von Designmöbeln. Seine innigste Liebe aber galt laut der Neuen Zürcher Zeitung der Schweizer Volkskunst. Als Kenner vor allem der Appenzeller Bauernmalerei gab er an der Universität Zürich auch Vorlesungen darüber.