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Tonart | Beitrag vom 29.08.2019

Pop-Album "Higher Than High"Tanzbares Edutainment

Onejiru im Gespräch mit Oliver Schwesig

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Die Sängerin Onejiru schaut in den blauen Himmel mit Wolken. (imago images / Future Image / C. Behring)
Onejiru will hoch hinaus: "Higher Than High" heißt ihr neues Album. (imago images / Future Image / C. Behring)

Auf ihrem neuen Album "Higher Than High" vereint die Sängerin Onejiru afrikanische Sounds und optimistische Popmusik. Im Gespräch verrät sie, warum sie sich so schwer mit Social Media tut - und was sie generell an der Gesellschaft vermisst.

"Don’t be afraid of pop music – it lifts you higher than high", singt Onejiru auf den Titeltrack ihres neuen Albums. Muss man Angst vor Popmusik haben? Es sei eher ein Aufruf an sie selbst, den Alltag zu vergessen und sich auf Tanzfläche treiben zu lassen, sagt die Sängerin in Deutschlandfunk Kultur.

Onejiru wurde in Nairobi, Kenia, geboren und ist in Hamburg aufgewachsen. Auf "Higher Than High" vereint sie Musikstile aus den 70ern und 80ern mit panafrikanischem Sound: Pop aus Südafrika, Highlife-Gitarren aus Ghana, Funk aus Nigeria. Das Album sei eine "Chronologie der Musik, mit der ich großgeworden bin", sagt sie.

Keine Nähe zu Social Media

In ihren Texten versucht die Diplomgeografin, Themen anzusprechen, die die ganze Gesellschaft betreffen. Allerdings will sie ernste Inhalte mit Humor behandeln und ein optimistisches Weltbild zeichnen: "Jeder kann aufstehen und gute Dinge tun." Ihr Anspruch ist eine Art Edutainment. "Es soll tanzbar sein", erklärt sie.

Auf der Platte übt Onejiru auch Kritik an den Medien, mit denen sie selbst zu kämpfen hat: "Ich bin absolut nicht social-media-affin. Plötzlich bewege ich mich fast tagtäglich darin und stelle fest, dass es doch sehr viel von meinem Leben auffrisst. Da wünscht man sich Zeiten zurück, wo man sagen kann: Ich mach einfach mal Detox und schalt einfach mal aus."

Wenn im Alltag die Leichtigkeit fehlt

Komplett analog gehe es aktuell aber gar nicht mehr, gibt sie zu, und sie merke, dass es wichtig sei, im Dialog zu bleiben, um nicht abgehängt zu werden. "Es ist etwas, das ich nicht gerne mache. Und ich versuche trotzdem, dabei authentisch zu bleiben, und freue mich, wenn mir Freundinnen Ratschläge geben. Man muss nicht jedes Mal einen Seelenstriptease hinlegen. Ich übe immer noch."

Und was genau meint sie mit dem Titel "Higher Than Higher"? "Das Gefühl, wenn man getragen wird und einfach mal loslässt", sagt Onejiru. "Ich habe öfter das Gefühl im Alltag, dass uns die Leichtigkeit fehlt."

Onejiru: "Higher Than High"
Z-Muzic 2019, erscheint am 30. August

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