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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 03.05.2019

Politologin Almut Möller"Zusammenhalt ist ein Kernbegriff für die EU"

Moderation: Korbinian Frenzel

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Menschen gehen auf einem Arm mit EU-Flagge zum ausgestreckten Finger (Illustration). (imago / Gary Waters )
Die Europäische Union: Wohin sie steuert, wird maßgeblich davon abhängen, wie groß der innere Zusammenhalt ist. (imago / Gary Waters )

Die Europäische Union scheint im Dauerkrisen-Modus gefangen. Doch eine neue Studie zeigt: Es gibt mehr Zusammenhalt als angenommen. Der ist allerdings nicht selbstverständlich - und in Ländern wie Italien und Frankreich stark gefährdet.

Nicht erst seit den endlosen Debatten über den Brexit erscheint die Europäische Union, als sei sie dauerhaft im Krisenmodus und zum Scheitern verdammt. Diesem Eindruck widerspricht die Politologin Almut Möller, die das Berliner Büro der Denkfabrik European Council on Foreign Relations leitet.

Zusammenhalt sei ein Kernbegriff für die EU, sagte Möller im Deutschlandfunk Kultur. Eine neue Studie ihres Think Tanks - der EU Cohesion Monitor - zeigt nun, dass dieser trotz aller Krisen robust ist.

Jede Menge Faktoren

Die Studie berücksichtigt jede Menge Faktoren - von der wirtschaftlichen Verflechtung zwischen Mitgliedsstaaten über die Tiefe der Integration bis hin zu Erwartungen an die EU und die politischen Präferenzen der Bürger. Und einige dieser Faktoren seien offenbar sehr widerstandsfähig gegenüber Krisen, sagte Möller.

Doch dass Europa besser funktioniert, als die meisten glauben, ist nur eine Botschaft der Studie. Die andere Botschaft sei, "dass Zusammenhalt auch extrem einbrechen kann", sagte Möller. Und es gebe eine ganze Reihe von Mitgliedsstaaten, wo das gerade geschehe.

Als Beispiele nannte die Politologin Italien und auch Frankreich: "Das ist natürlich etwas, was alarmiert."

Den Bürgern muss es gut gehen

Die Regierungen müssten dafür sorgen, dass es den eigenen Bürgern gut gehe, betonte Möller. Denn je stärker der Zusammenhalt im einzelnen Mitgliedsland sei, umso größer sei die Bereitschaft, mit anderen Staaten in Europa zusammen zu arbeiten.

Die Politikwissenschaftlerin Almut Möller, hier im Februar 2016 während der ZDF-Talksendung "Maybrit Illner" zum Thema "Auf verlorenem Posten - Scheitert Merkel an Europa?" (picture alliance/dpa-Zentralbild)Die Politikwissenschaftlerin Almut Möller: Europa funktioniert besser als allgemein angenommen. (picture alliance/dpa-Zentralbild)

Auch diese ehemals "hemdsärmelige Arbeitshypothese" sei durch die Studie bestätigt worden, so Möller. "Wir brauchen starke Mitgliedsstaaten, die in der Lage sind, nach innen Zusammenhalt zu organisieren, damit sie das dann auch miteinander tun können", sagte sie.

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