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Thema / Archiv | Beitrag vom 31.10.2012

Politologe kritisiert Haltung der Linkspartei gegenüber Israel

Grigat: Jerusalem wird in einer existentiellen Bedrohungssituation im Stich gelassen

Kritik an der Haltung der Linken zu Israel kam vom Politologen Grigat. (AP)
Kritik an der Haltung der Linken zu Israel kam vom Politologen Grigat. (AP)

Der Wiener Politikwissenschaftler Stephan Grigat hat die Haltung der Linkspartei gegenüber Israel kritisiert.

Der überwiegende Teil der Linkspartei lasse Israel in einer existentiellen Bedrohungssituation im Stich und weigere sich, ein konsequentes Vorgehen gegenüber dem iranischen Regime mitzutragen. Unter Bezug auf den Essay "Der ehrbare Anti-Semitismus" des Schriftstellers Jean Améry äußerte Grigat, dass es trotz Übergriffen und Folter eine "bedingungslose Solidarität" mit dem israelischen Staat als Schutzraum für Jüdinnen und Juden geben müsse. Diese Bedingung müsse man an eine Linke stellen, "die sich selber ernst nimmt, die vor ihrem historischen Erbe ja doch einmal für so etwas wie Emanzipation und Aufklärung stand".

Es herrsche immer noch ein "antiimperialistisches Weltbild" in großen Teilen der Linken vor, so Grigat. Das sei einer der Gründe für deren Unfähigkeit, den eigentlichen Charakter von Israel und dem Zionismus einzuschätzen: "In einer ziemlichen Verkehrung der Realitäten im Nahen Osten und den Existenzbedingungen, unter denen Israel existieren muss, gibt es diese Vorstellung, das sei der Brückenkopf und der Flugzeugträger des US-Imperialismus."

Jean Améry, der heue 100 Jahre alt geworden wäre, habe immer die Hoffnung auf eine Neupositionierung der Linken in Deutschland gehabt: "Wenn man sich die heutige Linke anguckt, muss man sagen, dass das leider nur eine Hoffnung geblieben ist."


Das vollständige Gespräch mit Stephan Grigat können Sie bis zum 31.3.2013 als
[url=http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/10/31/drk_20121031_1511_224bf2b8.mp3
title="MP3-Audio" target="_blank"]MP3-Audio[/url] in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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