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Interview | Beitrag vom 04.06.2019

Politikberater Jan Eichhorn zur SPDWähler verzweifelt gesucht

Jan Eichhorn im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Ein Verkehrsschild, auf dem das Wort Sozialmokraten rot durchgestrichen ist und ein Pfeil Richtung "Sonstige. Splitterpartei" weist. (www.imago-images.de / Ralph Peters)
Auf dem Weg zur Splitterpartei? Der Rückzug von Andrea Nahles hat die Krise der Sozialdemokraten noch einmal verschärft. (www.imago-images.de / Ralph Peters)

Arme SPD: Nicht nur, dass keiner die Partei so recht führen will - wer will sie eigentlich noch wählen? Der Politikberater Jan Eichhorn rät den Sozialdemokraten, nicht nur auf die Extrempositionen innerhalb ihrer potenziellen Zielgruppe zu schauen.

Als einer der Gründe für den Niedergang der SPD wird häufig der unversöhnliche Gegensatz zwischen ihren beiden potenziellen Wählermilieus genannt: den urbanen, hippen Kosmopoliten auf der einen Seite – und auf der anderen Seite Arbeitern und kleinen Angestellten, die zu den Globalisierungsverlierern zählen und die entsprechend kritisch gegenüber der Globalisierung eingestellt seien.

Nicht die Wiedersprüche betonen

Der Politikberater Jan Eichhorn vom Think Tank "dpart" rät den Sozialdemokraten, nicht nur auf die Extrempositionen innerhalb ihrer potenziellen Wählerschaft zu schauen. Zwar gebe es diese Profile, räumt er ein. "Aber bei den meisten Leuten geht es um ein ganz anderes Wertebild." Das beinhalte einerseits "fest und ganz überzeugt" liberale demokratische Werte. Aber gleichzeitig eben auch Sorgen um ökonomische und politische Stabilität und kulturelle Identität.

Für die meisten SPD-Wähler sei das kein Widerspruch, betont Eichhorn. Es gehe nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als auch. 

Weder Identität noch klare Wertvorstellung

Hinzu kommt Eichborn zufolge, dass die SPD nicht als Partei mit einer klaren Wertevorstellung oder Identität wahrgenommen würde. So fänden die Gesetzesvorschläge, die die Sozialdemokraten erfolgreich umgesetzt habe, zwar die Zustimmung der Bevölkerung. "Aber das reicht nicht, um als Partei zu bestehen", betont der Politikberater. "Als Partei muss man für etwas wahrgenommen werden, für ein Narrativ, ein Zukunftsbild." Das habe die SPD nicht entwickeln können. Ein Slogan wie "Gerechtigkeit", mit dem die Sozialdemokraten 2017 in den Wahlkampf zogen, reiche da jedenfalls nicht aus. "Es gibt fast niemanden, der gegen Gerechtigkeit ist. Die Frage ist: Was meint man denn konkret mit Gerechtigkeit?"

(uko)

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