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Konzert / Archiv | Beitrag vom 10.05.2019

Pianist Saleem Ashkar in GenfBeethovens wild gezeichnete Kreuze und Striche

Moderation: Ruth Jarre

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Der Pianist ist durch einen aufgeklappten Flügel hindurch zu sehen. (Saleem Ashkar / Peter Rigaud)
Saleem Ashkar hat sich in den letzten Jahre intensiv mit den Werke Beethovens beschäftigt. (Saleem Ashkar / Peter Rigaud)

Der Pianist Saleem Ashkar widmet sich Ludwig van Beethoven. Zur Zeit reist er mit sämtlichen Sonaten durch Europa und Israel. Mit großer Leidenschaft spielt er auch die Klavierkonzerte des Komponisten.

Der israelisch-palästinensische Pianist Saleem Ashkar hat sich in den letzten Jahren besonders intensiv mit dem Komponisten Ludwig van Beethoven beschäftigt. Die 32 Klaviersonaten spielt er gerade auf einer Tour durch viele Städte Europas und in Israel. Ashkar schätzt an Beethoven die große emotionale Palette. Auch die fünf Klavierkonzerte spielt er gern und so oft wie möglich.

Ein ernster, eher dunkler Gestus dominiert

Gerade das dritte nimmt im Werk des Komponisten eine besondere Stellung ein. Es ist das Konzert, das sich zum ersten Mal von den Vorbildern seiner Jugend - Mozart und Haydn - entschieden entfernt. Die leichte, klassisch anmutende Haltung ist gewichen. Dafür dominiert ein ernster, eher dunkler Gestus.

Beethoven stellt in diesem Werk seine eigene Botschaft, sein großes Empfinden in den Mittelpunkt. Bei der Uraufführung verblüffte Beethoven seinen Freund, der ihm die Noten wenden sollte: Die Notenblätter zeigten für das Klavier nur wild gezeichnete Kreuze und Striche. Beethoven spielte frei und notierte die Stimme erst für eine zweite Aufführung.

Sinfonie voller Siegeswillen - und erschütternder Trauer

Im zweiten Teil des Konzertes spielt das Orchestre de la Suisse Romande unter der Leitung von David Afkham die siebte Sinfonie von Dmitrij Schostakowitsch.

Porträt des Dirigenten mit seinem Dirigentenstab. (David Afkham / Gisela Schenker)Mit 15 Jahren hat sich David Afkham schon entschlossen, Dirigent zu werden. (David Afkham / Gisela Schenker)

Den Beinamen "Leningrader" erhielt das Werk, weil der Komponist es mitten im Krieg 1942 in der belagerten Stadt zu Papier brachte. Schostakowitsch meldete sich mehrfach für den Militärdienst, wurde aber nicht zugelassen. Er sollte an der Front der Kunst kämpfen - und erhielt den Auftrag für eine Sinfonie.

Die Vorgaben für das neue Werk waren deutlich: Es sollte eine "Symphonie der allbesiegenden Tapferkeit" werden. Doch Schostakowitsch plazierte auch Kritik: Musikalisch unterbricht er im vierten Satz den lauten Siegesoptimismus mit einer erschütternden Trauer-Sarabande.

Aufzeichnung vom 1. Mai 2019 in der Victoria Hall, Genf

Ludwig van Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll, op. 37

Dmitrij Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 7 C-Dur, op. 60 ("Leningrader")

Saleem Ashkar, Klavier
Orchestre de la Suisse Romande
Leitung: David Afkham

Konzert

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