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Konzert / Archiv | Beitrag vom 07.05.2019

Pianist Jan Lisiecki live in BremenVirtuosität im Liebestaumel

Moderation: Stefan Lang

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Der Pianist sitzt vor einem aufgeklappten Flügel (Jan Lisiecki / Christoph Köstlin)
Pianist Jan Lisiecki: "Historische Werke mit neuen Emotionen füllen." (Jan Lisiecki / Christoph Köstlin)

Chopins Konzert op. 21 entstand, als er überschwänglich in eine junge Opernsängerin verliebt war. Doch das Konzert widmet er seiner folgenden Flamme, der Chopin etwas später begegnete. Der Pianist Jan Lisiecki begibt sich also auf einen emotionalen Weg.

Ein junger Klaviervirtuose ist Hals über Kopf verliebt. Dieser Gefühlsausbruch diktiert ihm ein Konzert. So ist die Entstehung des f-Moll-Klavierkonzertes des gerade 19-jährigen Frédéric Chopins aus dem Jahren 1830 überliefert.

Und Chopin selbst bringt das Konzert in Warschau auch zur Uraufführung. Sein Flügel steht im Theater ganz allein auf der Bühne. Das Orchester ist, wie immer zu solchen Anlässen, in den Orchestergraben verbannt. Und so kann sich die gesamte Konzentration des Publikums auf den Solisten lenken, der in dieser hochvirtuosen, zutiefst romantischen Musik seine intimsten Gedanken freigibt.

Chopins Konzerte sind sein Erfolgsrezept

Im Konzert des Abends ist der kanadische Pianist Jan Lisiecki zu hören. Mit Chopins Klavierkonzerten schaffte er seinen Durchbruch als gerade 15-Jähriger. Seine Technik verblüffte schon damals, seine Klangpalette überzeugte bei der Veröffentlichung seiner ersten CD mit den beiden Klavierkonzerten Chopins. In einem Interview sagt der inzwischen 24-Jährige, er wolle historische Werke mit neuen Emotionen füllen.

Begleitet wird er bei diesem Konzert von der Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, die inzwischen zum dritten Mal die mexikanische Dirigentin Alondra de la Parra eingeladen hat.

Alondra de la Parra hält lachend ihren Dirigentenstab. (Alondra de la Parra / Felix Broede)Dirigentin Alondra de la Parra ist Kulturbotschafterin ihrer Heimat Mexiko und in dieser Saison viel in Deutschland unterwegs. (Alondra de la Parra / Felix Broede)

In der Pause sprach Stefan Lang mit Orchestermanager Albert Schmitt über die Wege und Projektvielfalt der Bremer Kammerphilharmonie und der Sopranistin Kerstin Dietl, die am 11. Mai ein Benefizkonzert in Bremen mitgestalten wird:

Live aus dem Konzerthaus Die Glocke in Bremen

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 26 Es-Dur KV 184

Frédéric Chopin
Konzert für Klavier und Orchester f-Moll op. 21

Béla Bartók
Musik für Saiteninstrumente, Celesta und Schlagzeug

Jan Lisiecki, Klavier
Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Leitung: Alondra de la Parra

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